Arbeiten und Kunstwerke von Friedrich von Keller
SWG Kunstlexikon
FRIEDRICH VON KELLER
KUNSTWERKE FRIEDRICH VON KELLER
BIOGRAFIE FRIEDRICH VON KELLER
Friedrich von Keller war ein bedeutender deutscher Maler des Realismus, der vor allem für seine wegweisenden Darstellungen der hart arbeitenden Bevölkerung Bekanntheit erlangte.
GEBURTSJAHR | 18.Februar 1840 | GEBURTSORT | Weingärtnerhaus in der Hauptstraße in Neckarweihingen | TODESJAHR | 1914 | STERBEORT | Abtsgmünd
Sohn des Bauern und Weingärtners Johann Jacob Keller (1794 – 1849) und dessen Frau Justine, geb. Maier (1798 – 1871)
1871 Übersiedlung nach München
1876 Heirat mit seiner Jugendliebe Ernestine Burger aus Hochdorf bei Vaihingen an der Enz, erste öffentliche Aufträge (u.a. für den Ulmer für Kirchen)
1877 Reise nach Italien (Venedig, Mailand, Rom)
1879 Reise nach Paris (intensiver Besuch des Museums Louvre)
1879 Geburt der Tochter Ernestine Sophie in München
1904 Ägypten- und Palästinareise
AUSBILDUNG FRIEDRICH VON KELLER
1852 Zeichenunterricht beim Lehrer Walcher in der Lateinschule
1854 – 1858 Maler- und Lackiererlehre bei der Firma Hetzel und Beer in Ludwigsburg – Schüler an der Gewerblichen Fortbildungsschule Ludwigsburg
1858 Besuch der Zeichenschule des Zimmermalers Kämmerer
1867 – 1871 Besuch der Königlichen Kunstschule Stuttgart bei Bernhard von Neher, Heinrich von Rustige und Karl Häberlin
1874 – 1877 Kunstakademie München bei Wilhelm von Lindenschmit dem Jüngeren und Carl Theodor von Pilozy
LEHRTÄTIGKEIT FRIEDRICH VON KELLER
1883 Berufung als Professor für Malerei an die Stuttgarter Königlichen Kunstschule – Friedrich von Keller lehrte dort drei Jahrzehnte lang bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1913.
1898 – 1900 Direktor der Kunstschule
AUSZEICHNUNGEN FRIEDRICH VON KELLE
R1867 Stipendium von König Karl I. von Württemberg
1876 Franz Defregger erwirbt eine Steinbruch-Skizze
1908 Verleihung des Ehrenritterkreuzes des Württembergischen Kronordens (Großkreuz des Ordens)
1912 Ernennung zum Ehrenbürger von Abtsgmünd
SAMMLUNGEN FRIEDRICH VON KELLER
Gemäldegalerie Dachau
Schloss Drachenfels | Königswinter
Stadtmuseum Ludwigsburg
AUSSTELLUNGEN FRIEDRICH VON KELLER
1908 organisierte der Stuttgarter Galerieverein eine große Werkschau
WERKBESCHREIBUNG FRIEDRICH VON KELLER
Friedrich von Keller gilt in der deutschen Kunstgeschichte der 1870er- und 1880er-Jahre als eine Ausnahmeerscheinung. Während viele Zeitgenossen die akademische Historienmalerei oder idyllische Landschaften bevorzugten, wandte er sich ungeschönt dem Alltag der Arbeiterschicht zu.
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Malerei | Zeichnung
STIL
Realismus | Realistische Kunst
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Zu seinen bekanntesten Motiven gehören:
Steinbrucharbeiter: Detailreiche und sozialkritische Darstellungen von Männern bei der schweren Arbeit im Steinbruch.
Die Hammerschmiede: Szenen aus dem Inneren von Schmiedebetrieben, die das Zusammenspiel von Licht, Ruß und Muskelkraft einfangen.
Genremalerei: Neben Arbeiterdarstellungen malte er auch lebendige Wirtshausszenen und Interieurs.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Friedrich von Keller ist einer der ersten deutschen Maler, die sich mit dem Thema der arbeitenden Menschen auseinandersetzte (Motive von Steinbrucharbeitern in den Steinbrüchen im oberbayrischen Polling und in den Steinbrüchen von Niederalfingen). Friedrich von Kellers Pinselführung hat dabei einen „offenen, zugigen, dramatischen Charakter“. Eine Malerei die „meist etwas bedecktes behält. Die Luft ist von Staub erfüllt, die Atmosphäre nie rein oder feucht.“ Seine Schaffen strebt nach monumentalen Bildformen und entzieht sich aber dabei trotzdem der Sehnsucht nach Idealisierung.
ZITATE FRIEDRICH VON KELLER
Speziell das Darstellen der Steinbrucharbeit biete „höchsten Anreiz zu geschlossenen Kompositionen“, da sie weitgehend nach dem Grundsatz der Arbeitsvereinigung erfolge: Gelte es, einen Steinblock zu bewegen, so trete eine Gruppe „dieser gebräunten, muskelstarken Kerle“ zusammen – und er Brocken werde „das natürliche Zentrum ihrer Bemühungen“. Die Männer „pressen, stemmen, ziehen“ – ihre Bewegungen sind alle zusammengebunden durch das ungeheure Gewicht der Steinmasse“. Es herrscht stärkste Konzentration“. Die Spannung des Körperlichen bedinge die Spannung des Geistigen: Die Möglichkeit des „Nebenhinsehens, der Pose einer interessanten Bewegung für den Zuschauer ist ausgelöscht“. | Friedrich von Keller
STICHWORTE FRIEDRICH VON KELLER
Der Maler des zweckvoll bewegten Menschen (Theodor Heuss), Ehrenbürger Abtsgmünd, Friedrich von Keller setzt dem Arbeiter ein künstlerisches Denkmal nach dem anderen