SWG Kunstlexikon
SUPREMATISMUS
VIDEOS SUPREMATISMUS
SUPREMATISM Explained | Alice Kliewer | Continuing with the theme of Modernism, we now focus on one of the first purely abstract art movements, Suprematism. | YouTube
Die Kunstepoche Suprematismus | erklaerung-und-mehr | In diesem Video erkläre ich dir, was der Suprematismus ist und wie diese Kunstrichtung entstanden ist. Du wirst erfahren, was die wichtigsten Merkmale des Suprematismus sind und welche Künstler ihn geprägt haben. Entstehung des Suprematismus Der Suprematismus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Russland von Kasimir Malewitsch gegründet. Malewitsch wollte die Kunst von traditionellen Darstellungen befreien und legte den Fokus auf abstrakte Formen. Seine bekannteste Arbeit ist das Gemälde „Schwarzes Quadrat“. Der Suprematismus war eine radikale Abkehr von der realistischen Kunst jener Zeit. Die Grundprinzipien des Suprematismus Im Suprematismus ging es darum, nur einfache geometrische Formen wie Quadrate, Kreise und Linien zu zeigen. Farben spielten eine sehr wichtige Rolle, oft wurde mit starken Kontrasten gearbeitet. Malewitsch glaubte, dass diese einfachen Formen eine universelle Sprache der Kunst darstellen können. Der Suprematismus versuchte, den Betrachter zu einer neuen Wahrnehmung der Welt zu führen. Der Einfluss des Suprematismus Der Suprematismus beeinflusste viele Künstler der modernen Kunst. Besonders in der russischen Avantgarde fand der Suprematismus zahlreiche Anhänger. Auch andere Kunstströmungen wie der Konstruktivismus entwickelten sich teilweise aus ihm. Die Grundgedanken des Suprematismus wurden später von vielen Künstlern weltweit weitergeführt. Kasimir Malewitsch und sein Schwarzes Quadrat Kasimir Malewitsch gilt als der Begründer des Suprematismus und revolutionierte die Kunst mit seinem Werk „Schwarzes Quadrat“. Dieses Bild zeigt ein einfaches schwarzes Quadrat auf weißem Hintergrund, was für eine neue Art der Wahrnehmung von Kunst steht. Malewitsch wollte mit diesem Werk die Grenzen der traditionellen Malerei sprengen. Das „Schwarze Quadrat“ wurde zu einem der bekanntesten Werke der modernen Kunst. Die Bedeutung von Farben im Suprematismus Farben spielen im Suprematismus eine zentrale Rolle. Malewitsch und andere Künstler verwendeten oft klare und starke Farben wie Rot, Blau und Gelb. Diese Farben wurden nicht verwendet, um Dinge darzustellen, sondern um Gefühle und Ideen auszudrücken. Die Farben sollten den Betrachter in eine neue, abstrakte Welt führen und ein Gefühl der Freiheit erzeugen. Abstrakte Kunst und ihre Wirkung Der Suprematismus ist ein Beispiel für abstrakte Kunst, die auf Darstellung und Ähnlichkeit mit der Realität verzichtet. Stattdessen wird versucht, die Emotionen und Ideen des Künstlers zu vermitteln. Diese Art der Kunst war für viele Menschen eine neue Erfahrung und wurde oft als provokativ empfunden. Der Suprematismus hat die Art und Weise, wie wir Kunst sehen, nachhaltig verändert. Der Suprematismus und die Architektur Der Suprematismus beeinflusste nicht nur die Malerei, sondern auch die Architektur. Architekten versuchten, die Prinzipien der einfachen geometrischen Formen auf Gebäude anzuwenden. Diese Architektur sollte modern und funktional sein und sich von traditionellen Baustilen abheben. Der Suprematismus führte so zu neuen Formen der Architektur, die die moderne Welt widerspiegeln sollten. Der Suprematismus in der Kunstpädagogik Der Suprematismus hatte auch einen großen Einfluss auf die Kunstpädagogik. Künstler und Lehrer begannen, die abstrakten Prinzipien des Suprematismus in ihren Unterricht zu integrieren. Schüler sollten lernen, Formen und Farben unabhängig von realistischen Darstellungen zu verwenden. Diese Herangehensweise hat die Kunstausbildung bis heute beeinflusst. Der Suprematismus im 21. Jahrhundert Obwohl der Suprematismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand, hat er auch heute noch Bedeutung. Viele Künstler beziehen sich auf Malewitsch und den Suprematismus, um ihre eigenen Arbeiten zu entwickeln. Die Ideen des Suprematismus sind ein wichtiger Bestandteil der modernen Kunstgeschichte. Auch in der heutigen Kunstszene ist der Einfluss der abstrakten Kunst sichtbar. | YouTube
DEFINITION SUPREMATISMUS
Der Suprematismus ist die erste konsequent ungegenständliche, rein abstrakte Kunstrichtung der Moderne. Begründet wurde sie 1913 vom russischen Maler Kasimir Malewitsch. Der Begriff leitet sich vom lateinischen supremus („der Höchste“) ab. Er deklariert die absolute Suprematie (Vorherrschaft) der reinen Empfindung in der bildenden Kunst über jegliche gegenständliche Naturabbildung. Der Suprematismus bricht radikal mit der Tradition, dass Kunst die sichtbare Wirklichkeit abbilden, eine Geschichte erzählen oder einen gesellschaftlichen Nutzzweck erfüllen muss. Stattdessen reduziert er die Malerei auf elementare geometrische Formen (Quadrat, Kreis, Kreuz, Linie) und eine limitierte Farbpalette. Die Formen werden meist isoliert oder in dynamischen Gefügen auf einem neutralen, meist weißen Hintergrund dargestellt, wodurch der Eindruck eines unendlichen, kosmischen Raumes entsteht, in dem die Elemente schwerelos schweben.
HISTORIE & CHRONOLOGIE SUPREMATISMUS
Die Entwicklung des Suprematismus vollzog sich in einer Zeit radikaler politischer und gesellschaftlicher Umbrüche in Russland und lässt sich in drei stilistische Kernphasen unterteilen:
1913 – Die Geburtsstunde: Bei der Arbeit an der futuristischen Oper „Sieg über die Sonne“ entwirft Malewitsch das Bühnenbild und die Kostüme. Das Motiv des schwarzen Quadrats taucht hier erstmals als Vorhang auf, der die Sonne (als Symbol der alten Naturordnung) verdeckt.
1915 – Die Geburtsstunde der Bewegung: Auf der legendären Futuristen-Ausstellung „0,10“ in Petrograd (St. Petersburg) stellt Malewitsch den Suprematismus erstmals der Öffentlichkeit vor. Er präsentiert 39 rein abstrakte Werke. Das Schwarze Quadrat hängt im „Herrgottswinkel“ des Raumes – dem traditionellen Platz für russisch-orthodoxe Ikonen.
1915–1916 – Die schwarze Phase: Fokus auf den absoluten Nullpunkt der Malerei. Dominanz von elementaren, statischen Formen (Quadrat, Kreis, Kreuz) in Schwarz auf weißem Grund.
1916–1917 – Die farbige Phase: Die Kompositionen werden komplexer und dynamischer. Malewitsch und seine Strömung integrieren Farben (Rot, Blau, Gelb) und diagonale Anordnungen, um Bewegung, Raumtiefe und kosmische Schwingungen zu simulieren.
1917–1918 – Die weiße Phase: Die Phase der ultimativen Entstofflichung. Das Werk Weiß auf Weiß (1918) markiert den radikalen Endpunkt: Die Form löst sich fast vollständig im Raum auf.
1919–1920er Jahre – Institutionalisierung und Ende: Malewitsch gründet an der Kunstschule in Witebsk die Künstlergruppe UNOVIS („Bestätiger der neuen Kunst“). Mit dem Aufstieg des Stalinismus Ende der 1920er Jahre wird die abstrakte Kunst in der Sowjetunion als „bürgerlich-dekadent“ diffamiert und verboten. Der Sozialistische Realismus wird zur Staatsdoktrin, was das Ende des Suprematismus in Russland besiegelt.
WEGBEREITER SUPREMATISMUS
Der Suprematismus entstand nicht im Vakuum, sondern war das Ergebnis einer rasanten Radikalisierung der russischen Avantgarde:
Der Kubo-Futurismus: Die unmittelbare Vorstufe. Russische Künstler verschmolzen die Zersplitterung der Formen des französischen Kubismus (Picasso, Braque) mit der Dynamik und Schnelligkeit des italienischen Futurismus (Marinetti).
Wassily Kandinsky: Obwohl er nicht zum Suprematismus gehörte, ebnete seine theoretische Schrift „Über das Geistige in der Kunst“ (1911) und seine Hinwendung zur lyrischen Abstraktion den Weg für das Akzeptieren ungegenständlicher Kunst.
Michail Matjuschin und Alexei Krutschonych: Der Komponist und der Dichter der Oper „Sieg über die Sonne“. Ihre Konzepte der „Alogik“ und der Universalsprache Saum brachen mit traditionellen Logiken und inspirierten Malewitsch zur visuellen Befreiung vom Gegenstand.
KÜNSTLER SUPREMATISMUS
Die Bewegung wurde von einer Gruppe hochtalentierter Künstlerinnen und Künstler getragen, die Malewitschs Ideen teils weiterentwickelten oder in andere Disziplinen übertrugen:
Kasimir Malewitsch (1879–1935): Der unbestrittene Gründer, Vordenker und Haupttheoretiker der Bewegung.
El Lissitzky (1890–1941): Der wichtigste Vermittler. Er entwickelte die sogenannten Proun-Werke – eine Schnittstelle, die suprematistische Malerei in die dreidimensionale Architektur und Typografie übersetzte und den westeuropäischen Bauhaus-Stil massiv beeinflusste.
Olga Rosanowa (1886–1918): Eine der bedeutendsten Frauen der russischen Avantgarde. Sie brachte eine einzigartige, hochdynamische Farbintensität und Vorläufer des späteren „Color Field Painting“ in den Suprematismus ein.
Ljubow Popowa (1889–1924): Sie verband suprematistische Raumelemente mit konstruktiver Logik und übertrug diese Prinzipien später erfolgreich auf Textil-, Bühnen- und Grafikdesign.
Iwan Kljun (1873–1943): Ein enger Weggefährte Malewitschs, der sich intensiv mit der Plastizität, Lichtwirkung und den skulpturalen Möglichkeiten suprematistischer Formen auseinandersetzte.
HAUPTWERKE SUPREMATISMUS
„Das Schwarze Quadrat“ (1915, Tretjakow-Galerie, Moskau): Das Gründungsmonument des Suprematismus. Von Malewitsch als die „Nullstelle der Form“ und das „Gesicht der neuen Kunst“ definiert.
„Das Rote Quadrat / Malerischer Realismus einer Bäuerin in zwei Dimensionen“ (1915, Russisches Museum, St. Petersburg): Ein leicht verschobenes rotes Quadrat auf weißem Grund. Es demonstriert die reine, energiegeladene Farbwirkung ohne jeglichen erzählerischen Ballast.
„Suprematistische Komposition“ (1916, Privatbesitz): Ein Paradebeispiel der farbigen Phase. Ein hochkomplexes, austariertes Gefüge aus farbigen Streifen, Rechtecken und Kreisen, das pure Dynamik und Schwerelosigkeit vermittelt.
„Weiß auf Weiß / Suprematismus (Weißes Quadrat auf weißem Grund)“ (1918, Museum of Modern Art, New York): Der radikale Höhepunkt. Ein kühles, asymmetrisches weißes Quadrat schmilzt förmlich in einem wärmeren weißen Hintergrund dahinein – die absolute Befreiung der Farbe vom Körperlichen.
ZITATE SUPREMATISMUS
„Als ich 1913 den verzweifelten Versuch unternahm, die Kunst vom Ballast der Gegenständlichkeit zu befreien, flüchtete ich mich in die Form des Quadrats.“ | Kasimir Malewitsch
„Das Quadrat ist kein Untergang der Kunst, sondern die Geburt der Gegenstandslosigkeit.“ | Kasimir Malewitsch
„Unter Suprematismus verstehe ich die Suprematie der reinen Empfindung in der bildenden Kunst.“ | Kasimir Malewitsch
„Wir haben das Bild als Repräsentanten einer realen Sache zerstört. Wir haben eine autonome Welt erschaffen, die rein durch Form und Farbe existiert.“ | El Lissitzky
ZUSAMMENFASSUNG SUPREMATISMUS
1913 von Kasimir Malewitsch aus dem Kubismus entwickelte Kunstrichtung die der Richtung des russischen Konstruktivismus zugeordnet werden kann. In seinem „Suprematistischen Manifest“ forderte Malewitsch 1915 auf der Ausstellung „0,10“ in Petrograd (heute Sankt Petersburg), die Kunst vom „Ballast der Gegenständlichkeit“ zu befreien. 1916 gründete er die Künstlergruppe „Supremus“. Er reduzierte die Malerei auf geometrische Formen wie Quadrat, Rechteck und Kreis. Das Bild Das schwarze Quadrat (Moskau 1929, Tretjakow-Galerie) auf weißem Grund gehört zu den Schlüsselwerken des Suprematismus. Die Suprematisten negierten die reale Welt als Gegenstand der Darstellung und überführten Raum und Zeit in Zeichen „suprematistischer“ Art. Die völlige Abstraktion auf geometrische Formen wurde in weiten Teilen der russischen Avantgarde bestimmend. Der Suprematismus übte auch auf die Künstler des Bauhauses und die De-Stijl-Bewegung (besonders auf Piet Mondrian) großen Einfluss aus.
SUPREMATISMUS
VIDEOS SUPREMATISMUS
SUPREMATISM Explained | Alice Kliewer | Continuing with the theme of Modernism, we now focus on one of the first purely abstract art movements, Suprematism. | YouTube
Die Kunstepoche Suprematismus | erklaerung-und-mehr | In diesem Video erkläre ich dir, was der Suprematismus ist und wie diese Kunstrichtung entstanden ist. Du wirst erfahren, was die wichtigsten Merkmale des Suprematismus sind und welche Künstler ihn geprägt haben. Entstehung des Suprematismus Der Suprematismus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Russland von Kasimir Malewitsch gegründet. Malewitsch wollte die Kunst von traditionellen Darstellungen befreien und legte den Fokus auf abstrakte Formen. Seine bekannteste Arbeit ist das Gemälde „Schwarzes Quadrat“. Der Suprematismus war eine radikale Abkehr von der realistischen Kunst jener Zeit. Die Grundprinzipien des Suprematismus Im Suprematismus ging es darum, nur einfache geometrische Formen wie Quadrate, Kreise und Linien zu zeigen. Farben spielten eine sehr wichtige Rolle, oft wurde mit starken Kontrasten gearbeitet. Malewitsch glaubte, dass diese einfachen Formen eine universelle Sprache der Kunst darstellen können. Der Suprematismus versuchte, den Betrachter zu einer neuen Wahrnehmung der Welt zu führen. Der Einfluss des Suprematismus Der Suprematismus beeinflusste viele Künstler der modernen Kunst. Besonders in der russischen Avantgarde fand der Suprematismus zahlreiche Anhänger. Auch andere Kunstströmungen wie der Konstruktivismus entwickelten sich teilweise aus ihm. Die Grundgedanken des Suprematismus wurden später von vielen Künstlern weltweit weitergeführt. Kasimir Malewitsch und sein Schwarzes Quadrat Kasimir Malewitsch gilt als der Begründer des Suprematismus und revolutionierte die Kunst mit seinem Werk „Schwarzes Quadrat“. Dieses Bild zeigt ein einfaches schwarzes Quadrat auf weißem Hintergrund, was für eine neue Art der Wahrnehmung von Kunst steht. Malewitsch wollte mit diesem Werk die Grenzen der traditionellen Malerei sprengen. Das „Schwarze Quadrat“ wurde zu einem der bekanntesten Werke der modernen Kunst. Die Bedeutung von Farben im Suprematismus Farben spielen im Suprematismus eine zentrale Rolle. Malewitsch und andere Künstler verwendeten oft klare und starke Farben wie Rot, Blau und Gelb. Diese Farben wurden nicht verwendet, um Dinge darzustellen, sondern um Gefühle und Ideen auszudrücken. Die Farben sollten den Betrachter in eine neue, abstrakte Welt führen und ein Gefühl der Freiheit erzeugen. Abstrakte Kunst und ihre Wirkung Der Suprematismus ist ein Beispiel für abstrakte Kunst, die auf Darstellung und Ähnlichkeit mit der Realität verzichtet. Stattdessen wird versucht, die Emotionen und Ideen des Künstlers zu vermitteln. Diese Art der Kunst war für viele Menschen eine neue Erfahrung und wurde oft als provokativ empfunden. Der Suprematismus hat die Art und Weise, wie wir Kunst sehen, nachhaltig verändert. Der Suprematismus und die Architektur Der Suprematismus beeinflusste nicht nur die Malerei, sondern auch die Architektur. Architekten versuchten, die Prinzipien der einfachen geometrischen Formen auf Gebäude anzuwenden. Diese Architektur sollte modern und funktional sein und sich von traditionellen Baustilen abheben. Der Suprematismus führte so zu neuen Formen der Architektur, die die moderne Welt widerspiegeln sollten. Der Suprematismus in der Kunstpädagogik Der Suprematismus hatte auch einen großen Einfluss auf die Kunstpädagogik. Künstler und Lehrer begannen, die abstrakten Prinzipien des Suprematismus in ihren Unterricht zu integrieren. Schüler sollten lernen, Formen und Farben unabhängig von realistischen Darstellungen zu verwenden. Diese Herangehensweise hat die Kunstausbildung bis heute beeinflusst. Der Suprematismus im 21. Jahrhundert Obwohl der Suprematismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand, hat er auch heute noch Bedeutung. Viele Künstler beziehen sich auf Malewitsch und den Suprematismus, um ihre eigenen Arbeiten zu entwickeln. Die Ideen des Suprematismus sind ein wichtiger Bestandteil der modernen Kunstgeschichte. Auch in der heutigen Kunstszene ist der Einfluss der abstrakten Kunst sichtbar. | YouTube
DEFINITION SUPREMATISMUS
Der Suprematismus ist die erste konsequent ungegenständliche, rein abstrakte Kunstrichtung der Moderne. Begründet wurde sie 1913 vom russischen Maler Kasimir Malewitsch. Der Begriff leitet sich vom lateinischen supremus („der Höchste“) ab. Er deklariert die absolute Suprematie (Vorherrschaft) der reinen Empfindung in der bildenden Kunst über jegliche gegenständliche Naturabbildung. Der Suprematismus bricht radikal mit der Tradition, dass Kunst die sichtbare Wirklichkeit abbilden, eine Geschichte erzählen oder einen gesellschaftlichen Nutzzweck erfüllen muss. Stattdessen reduziert er die Malerei auf elementare geometrische Formen (Quadrat, Kreis, Kreuz, Linie) und eine limitierte Farbpalette. Die Formen werden meist isoliert oder in dynamischen Gefügen auf einem neutralen, meist weißen Hintergrund dargestellt, wodurch der Eindruck eines unendlichen, kosmischen Raumes entsteht, in dem die Elemente schwerelos schweben.
HISTORIE & CHRONOLOGIE SUPREMATISMUS
Die Entwicklung des Suprematismus vollzog sich in einer Zeit radikaler politischer und gesellschaftlicher Umbrüche in Russland und lässt sich in drei stilistische Kernphasen unterteilen:
1913 – Die Geburtsstunde: Bei der Arbeit an der futuristischen Oper „Sieg über die Sonne“ entwirft Malewitsch das Bühnenbild und die Kostüme. Das Motiv des schwarzen Quadrats taucht hier erstmals als Vorhang auf, der die Sonne (als Symbol der alten Naturordnung) verdeckt.
1915 – Die Geburtsstunde der Bewegung: Auf der legendären Futuristen-Ausstellung „0,10“ in Petrograd (St. Petersburg) stellt Malewitsch den Suprematismus erstmals der Öffentlichkeit vor. Er präsentiert 39 rein abstrakte Werke. Das Schwarze Quadrat hängt im „Herrgottswinkel“ des Raumes – dem traditionellen Platz für russisch-orthodoxe Ikonen.
1915–1916 – Die schwarze Phase: Fokus auf den absoluten Nullpunkt der Malerei. Dominanz von elementaren, statischen Formen (Quadrat, Kreis, Kreuz) in Schwarz auf weißem Grund.
1916–1917 – Die farbige Phase: Die Kompositionen werden komplexer und dynamischer. Malewitsch und seine Strömung integrieren Farben (Rot, Blau, Gelb) und diagonale Anordnungen, um Bewegung, Raumtiefe und kosmische Schwingungen zu simulieren.
1917–1918 – Die weiße Phase: Die Phase der ultimativen Entstofflichung. Das Werk Weiß auf Weiß (1918) markiert den radikalen Endpunkt: Die Form löst sich fast vollständig im Raum auf.
1919–1920er Jahre – Institutionalisierung und Ende: Malewitsch gründet an der Kunstschule in Witebsk die Künstlergruppe UNOVIS („Bestätiger der neuen Kunst“). Mit dem Aufstieg des Stalinismus Ende der 1920er Jahre wird die abstrakte Kunst in der Sowjetunion als „bürgerlich-dekadent“ diffamiert und verboten. Der Sozialistische Realismus wird zur Staatsdoktrin, was das Ende des Suprematismus in Russland besiegelt.
WEGBEREITER SUPREMATISMUS
Der Suprematismus entstand nicht im Vakuum, sondern war das Ergebnis einer rasanten Radikalisierung der russischen Avantgarde:
Der Kubo-Futurismus: Die unmittelbare Vorstufe. Russische Künstler verschmolzen die Zersplitterung der Formen des französischen Kubismus (Picasso, Braque) mit der Dynamik und Schnelligkeit des italienischen Futurismus (Marinetti).
Wassily Kandinsky: Obwohl er nicht zum Suprematismus gehörte, ebnete seine theoretische Schrift „Über das Geistige in der Kunst“ (1911) und seine Hinwendung zur lyrischen Abstraktion den Weg für das Akzeptieren ungegenständlicher Kunst.
Michail Matjuschin und Alexei Krutschonych: Der Komponist und der Dichter der Oper „Sieg über die Sonne“. Ihre Konzepte der „Alogik“ und der Universalsprache Saum brachen mit traditionellen Logiken und inspirierten Malewitsch zur visuellen Befreiung vom Gegenstand.
KÜNSTLER SUPREMATISMUS
Die Bewegung wurde von einer Gruppe hochtalentierter Künstlerinnen und Künstler getragen, die Malewitschs Ideen teils weiterentwickelten oder in andere Disziplinen übertrugen:
Kasimir Malewitsch (1879–1935): Der unbestrittene Gründer, Vordenker und Haupttheoretiker der Bewegung.
El Lissitzky (1890–1941): Der wichtigste Vermittler. Er entwickelte die sogenannten Proun-Werke – eine Schnittstelle, die suprematistische Malerei in die dreidimensionale Architektur und Typografie übersetzte und den westeuropäischen Bauhaus-Stil massiv beeinflusste.
Olga Rosanowa (1886–1918): Eine der bedeutendsten Frauen der russischen Avantgarde. Sie brachte eine einzigartige, hochdynamische Farbintensität und Vorläufer des späteren „Color Field Painting“ in den Suprematismus ein.
Ljubow Popowa (1889–1924): Sie verband suprematistische Raumelemente mit konstruktiver Logik und übertrug diese Prinzipien später erfolgreich auf Textil-, Bühnen- und Grafikdesign.
Iwan Kljun (1873–1943): Ein enger Weggefährte Malewitschs, der sich intensiv mit der Plastizität, Lichtwirkung und den skulpturalen Möglichkeiten suprematistischer Formen auseinandersetzte.
HAUPTWERKE SUPREMATISMUS
„Das Schwarze Quadrat“ (1915, Tretjakow-Galerie, Moskau): Das Gründungsmonument des Suprematismus. Von Malewitsch als die „Nullstelle der Form“ und das „Gesicht der neuen Kunst“ definiert.
„Das Rote Quadrat / Malerischer Realismus einer Bäuerin in zwei Dimensionen“ (1915, Russisches Museum, St. Petersburg): Ein leicht verschobenes rotes Quadrat auf weißem Grund. Es demonstriert die reine, energiegeladene Farbwirkung ohne jeglichen erzählerischen Ballast.
„Suprematistische Komposition“ (1916, Privatbesitz): Ein Paradebeispiel der farbigen Phase. Ein hochkomplexes, austariertes Gefüge aus farbigen Streifen, Rechtecken und Kreisen, das pure Dynamik und Schwerelosigkeit vermittelt.
„Weiß auf Weiß / Suprematismus (Weißes Quadrat auf weißem Grund)“ (1918, Museum of Modern Art, New York): Der radikale Höhepunkt. Ein kühles, asymmetrisches weißes Quadrat schmilzt förmlich in einem wärmeren weißen Hintergrund dahinein – die absolute Befreiung der Farbe vom Körperlichen.
ZITATE SUPREMATISMUS
„Als ich 1913 den verzweifelten Versuch unternahm, die Kunst vom Ballast der Gegenständlichkeit zu befreien, flüchtete ich mich in die Form des Quadrats.“ | Kasimir Malewitsch
„Das Quadrat ist kein Untergang der Kunst, sondern die Geburt der Gegenstandslosigkeit.“ | Kasimir Malewitsch
„Unter Suprematismus verstehe ich die Suprematie der reinen Empfindung in der bildenden Kunst.“ | Kasimir Malewitsch
„Wir haben das Bild als Repräsentanten einer realen Sache zerstört. Wir haben eine autonome Welt erschaffen, die rein durch Form und Farbe existiert.“ | El Lissitzky
ZUSAMMENFASSUNG SUPREMATISMUS
1913 von Kasimir Malewitsch aus dem Kubismus entwickelte Kunstrichtung die der Richtung des russischen Konstruktivismus zugeordnet werden kann. In seinem „Suprematistischen Manifest“ forderte Malewitsch 1915 auf der Ausstellung „0,10“ in Petrograd (heute Sankt Petersburg), die Kunst vom „Ballast der Gegenständlichkeit“ zu befreien. 1916 gründete er die Künstlergruppe „Supremus“. Er reduzierte die Malerei auf geometrische Formen wie Quadrat, Rechteck und Kreis. Das Bild Das schwarze Quadrat (Moskau 1929, Tretjakow-Galerie) auf weißem Grund gehört zu den Schlüsselwerken des Suprematismus. Die Suprematisten negierten die reale Welt als Gegenstand der Darstellung und überführten Raum und Zeit in Zeichen „suprematistischer“ Art. Die völlige Abstraktion auf geometrische Formen wurde in weiten Teilen der russischen Avantgarde bestimmend. Der Suprematismus übte auch auf die Künstler des Bauhauses und die De-Stijl-Bewegung (besonders auf Piet Mondrian) großen Einfluss aus.
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Die Kunstepoche Suprematismus | erklaerung-und-mehr | In diesem Video erkläre ich dir, was der Suprematismus ist und wie diese Kunstrichtung entstanden ist. Du wirst erfahren, was die wichtigsten Merkmale des Suprematismus sind und welche Künstler ihn geprägt haben. Entstehung des Suprematismus Der Suprematismus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Russland von Kasimir Malewitsch gegründet. Malewitsch wollte die Kunst von traditionellen Darstellungen befreien und legte den Fokus auf abstrakte Formen. Seine bekannteste Arbeit ist das Gemälde „Schwarzes Quadrat“. Der Suprematismus war eine radikale Abkehr von der realistischen Kunst jener Zeit. Die Grundprinzipien des Suprematismus Im Suprematismus ging es darum, nur einfache geometrische Formen wie Quadrate, Kreise und Linien zu zeigen. Farben spielten eine sehr wichtige Rolle, oft wurde mit starken Kontrasten gearbeitet. Malewitsch glaubte, dass diese einfachen Formen eine universelle Sprache der Kunst darstellen können. Der Suprematismus versuchte, den Betrachter zu einer neuen Wahrnehmung der Welt zu führen. Der Einfluss des Suprematismus Der Suprematismus beeinflusste viele Künstler der modernen Kunst. Besonders in der russischen Avantgarde fand der Suprematismus zahlreiche Anhänger. Auch andere Kunstströmungen wie der Konstruktivismus entwickelten sich teilweise aus ihm. Die Grundgedanken des Suprematismus wurden später von vielen Künstlern weltweit weitergeführt. Kasimir Malewitsch und sein Schwarzes Quadrat Kasimir Malewitsch gilt als der Begründer des Suprematismus und revolutionierte die Kunst mit seinem Werk „Schwarzes Quadrat“. Dieses Bild zeigt ein einfaches schwarzes Quadrat auf weißem Hintergrund, was für eine neue Art der Wahrnehmung von Kunst steht. Malewitsch wollte mit diesem Werk die Grenzen der traditionellen Malerei sprengen. Das „Schwarze Quadrat“ wurde zu einem der bekanntesten Werke der modernen Kunst. Die Bedeutung von Farben im Suprematismus Farben spielen im Suprematismus eine zentrale Rolle. Malewitsch und andere Künstler verwendeten oft klare und starke Farben wie Rot, Blau und Gelb. Diese Farben wurden nicht verwendet, um Dinge darzustellen, sondern um Gefühle und Ideen auszudrücken. Die Farben sollten den Betrachter in eine neue, abstrakte Welt führen und ein Gefühl der Freiheit erzeugen. Abstrakte Kunst und ihre Wirkung Der Suprematismus ist ein Beispiel für abstrakte Kunst, die auf Darstellung und Ähnlichkeit mit der Realität verzichtet. Stattdessen wird versucht, die Emotionen und Ideen des Künstlers zu vermitteln. Diese Art der Kunst war für viele Menschen eine neue Erfahrung und wurde oft als provokativ empfunden. Der Suprematismus hat die Art und Weise, wie wir Kunst sehen, nachhaltig verändert. Der Suprematismus und die Architektur Der Suprematismus beeinflusste nicht nur die Malerei, sondern auch die Architektur. Architekten versuchten, die Prinzipien der einfachen geometrischen Formen auf Gebäude anzuwenden. Diese Architektur sollte modern und funktional sein und sich von traditionellen Baustilen abheben. Der Suprematismus führte so zu neuen Formen der Architektur, die die moderne Welt widerspiegeln sollten. Der Suprematismus in der Kunstpädagogik Der Suprematismus hatte auch einen großen Einfluss auf die Kunstpädagogik. Künstler und Lehrer begannen, die abstrakten Prinzipien des Suprematismus in ihren Unterricht zu integrieren. Schüler sollten lernen, Formen und Farben unabhängig von realistischen Darstellungen zu verwenden. Diese Herangehensweise hat die Kunstausbildung bis heute beeinflusst. Der Suprematismus im 21. Jahrhundert Obwohl der Suprematismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand, hat er auch heute noch Bedeutung. Viele Künstler beziehen sich auf Malewitsch und den Suprematismus, um ihre eigenen Arbeiten zu entwickeln. Die Ideen des Suprematismus sind ein wichtiger Bestandteil der modernen Kunstgeschichte. Auch in der heutigen Kunstszene ist der Einfluss der abstrakten Kunst sichtbar. | YouTube
DEFINITION SUPREMATISMUS
Der Suprematismus ist die erste konsequent ungegenständliche, rein abstrakte Kunstrichtung der Moderne. Begründet wurde sie 1913 vom russischen Maler Kasimir Malewitsch. Der Begriff leitet sich vom lateinischen supremus („der Höchste“) ab. Er deklariert die absolute Suprematie (Vorherrschaft) der reinen Empfindung in der bildenden Kunst über jegliche gegenständliche Naturabbildung. Der Suprematismus bricht radikal mit der Tradition, dass Kunst die sichtbare Wirklichkeit abbilden, eine Geschichte erzählen oder einen gesellschaftlichen Nutzzweck erfüllen muss. Stattdessen reduziert er die Malerei auf elementare geometrische Formen (Quadrat, Kreis, Kreuz, Linie) und eine limitierte Farbpalette. Die Formen werden meist isoliert oder in dynamischen Gefügen auf einem neutralen, meist weißen Hintergrund dargestellt, wodurch der Eindruck eines unendlichen, kosmischen Raumes entsteht, in dem die Elemente schwerelos schweben.
HISTORIE & CHRONOLOGIE SUPREMATISMUS
Die Entwicklung des Suprematismus vollzog sich in einer Zeit radikaler politischer und gesellschaftlicher Umbrüche in Russland und lässt sich in drei stilistische Kernphasen unterteilen:
1913 – Die Geburtsstunde: Bei der Arbeit an der futuristischen Oper „Sieg über die Sonne“ entwirft Malewitsch das Bühnenbild und die Kostüme. Das Motiv des schwarzen Quadrats taucht hier erstmals als Vorhang auf, der die Sonne (als Symbol der alten Naturordnung) verdeckt.
1915 – Die Geburtsstunde der Bewegung: Auf der legendären Futuristen-Ausstellung „0,10“ in Petrograd (St. Petersburg) stellt Malewitsch den Suprematismus erstmals der Öffentlichkeit vor. Er präsentiert 39 rein abstrakte Werke. Das Schwarze Quadrat hängt im „Herrgottswinkel“ des Raumes – dem traditionellen Platz für russisch-orthodoxe Ikonen.
1915–1916 – Die schwarze Phase: Fokus auf den absoluten Nullpunkt der Malerei. Dominanz von elementaren, statischen Formen (Quadrat, Kreis, Kreuz) in Schwarz auf weißem Grund.
1916–1917 – Die farbige Phase: Die Kompositionen werden komplexer und dynamischer. Malewitsch und seine Strömung integrieren Farben (Rot, Blau, Gelb) und diagonale Anordnungen, um Bewegung, Raumtiefe und kosmische Schwingungen zu simulieren.
1917–1918 – Die weiße Phase: Die Phase der ultimativen Entstofflichung. Das Werk Weiß auf Weiß (1918) markiert den radikalen Endpunkt: Die Form löst sich fast vollständig im Raum auf.
1919–1920er Jahre – Institutionalisierung und Ende: Malewitsch gründet an der Kunstschule in Witebsk die Künstlergruppe UNOVIS („Bestätiger der neuen Kunst“). Mit dem Aufstieg des Stalinismus Ende der 1920er Jahre wird die abstrakte Kunst in der Sowjetunion als „bürgerlich-dekadent“ diffamiert und verboten. Der Sozialistische Realismus wird zur Staatsdoktrin, was das Ende des Suprematismus in Russland besiegelt.
WEGBEREITER SUPREMATISMUS
Der Suprematismus entstand nicht im Vakuum, sondern war das Ergebnis einer rasanten Radikalisierung der russischen Avantgarde:
Der Kubo-Futurismus: Die unmittelbare Vorstufe. Russische Künstler verschmolzen die Zersplitterung der Formen des französischen Kubismus (Picasso, Braque) mit der Dynamik und Schnelligkeit des italienischen Futurismus (Marinetti).
Wassily Kandinsky: Obwohl er nicht zum Suprematismus gehörte, ebnete seine theoretische Schrift „Über das Geistige in der Kunst“ (1911) und seine Hinwendung zur lyrischen Abstraktion den Weg für das Akzeptieren ungegenständlicher Kunst.
Michail Matjuschin und Alexei Krutschonych: Der Komponist und der Dichter der Oper „Sieg über die Sonne“. Ihre Konzepte der „Alogik“ und der Universalsprache Saum brachen mit traditionellen Logiken und inspirierten Malewitsch zur visuellen Befreiung vom Gegenstand.
KÜNSTLER SUPREMATISMUS
Die Bewegung wurde von einer Gruppe hochtalentierter Künstlerinnen und Künstler getragen, die Malewitschs Ideen teils weiterentwickelten oder in andere Disziplinen übertrugen:
Kasimir Malewitsch (1879–1935): Der unbestrittene Gründer, Vordenker und Haupttheoretiker der Bewegung.
El Lissitzky (1890–1941): Der wichtigste Vermittler. Er entwickelte die sogenannten Proun-Werke – eine Schnittstelle, die suprematistische Malerei in die dreidimensionale Architektur und Typografie übersetzte und den westeuropäischen Bauhaus-Stil massiv beeinflusste.
Olga Rosanowa (1886–1918): Eine der bedeutendsten Frauen der russischen Avantgarde. Sie brachte eine einzigartige, hochdynamische Farbintensität und Vorläufer des späteren „Color Field Painting“ in den Suprematismus ein.
Ljubow Popowa (1889–1924): Sie verband suprematistische Raumelemente mit konstruktiver Logik und übertrug diese Prinzipien später erfolgreich auf Textil-, Bühnen- und Grafikdesign.
Iwan Kljun (1873–1943): Ein enger Weggefährte Malewitschs, der sich intensiv mit der Plastizität, Lichtwirkung und den skulpturalen Möglichkeiten suprematistischer Formen auseinandersetzte.
HAUPTWERKE SUPREMATISMUS
„Das Schwarze Quadrat“ (1915, Tretjakow-Galerie, Moskau): Das Gründungsmonument des Suprematismus. Von Malewitsch als die „Nullstelle der Form“ und das „Gesicht der neuen Kunst“ definiert.
„Das Rote Quadrat / Malerischer Realismus einer Bäuerin in zwei Dimensionen“ (1915, Russisches Museum, St. Petersburg): Ein leicht verschobenes rotes Quadrat auf weißem Grund. Es demonstriert die reine, energiegeladene Farbwirkung ohne jeglichen erzählerischen Ballast.
„Suprematistische Komposition“ (1916, Privatbesitz): Ein Paradebeispiel der farbigen Phase. Ein hochkomplexes, austariertes Gefüge aus farbigen Streifen, Rechtecken und Kreisen, das pure Dynamik und Schwerelosigkeit vermittelt.
„Weiß auf Weiß / Suprematismus (Weißes Quadrat auf weißem Grund)“ (1918, Museum of Modern Art, New York): Der radikale Höhepunkt. Ein kühles, asymmetrisches weißes Quadrat schmilzt förmlich in einem wärmeren weißen Hintergrund dahinein – die absolute Befreiung der Farbe vom Körperlichen.
ZITATE SUPREMATISMUS
„Als ich 1913 den verzweifelten Versuch unternahm, die Kunst vom Ballast der Gegenständlichkeit zu befreien, flüchtete ich mich in die Form des Quadrats.“ | Kasimir Malewitsch
„Das Quadrat ist kein Untergang der Kunst, sondern die Geburt der Gegenstandslosigkeit.“ | Kasimir Malewitsch
„Unter Suprematismus verstehe ich die Suprematie der reinen Empfindung in der bildenden Kunst.“ | Kasimir Malewitsch
„Wir haben das Bild als Repräsentanten einer realen Sache zerstört. Wir haben eine autonome Welt erschaffen, die rein durch Form und Farbe existiert.“ | El Lissitzky
ZUSAMMENFASSUNG SUPREMATISMUS
1913 von Kasimir Malewitsch aus dem Kubismus entwickelte Kunstrichtung die der Richtung des russischen Konstruktivismus zugeordnet werden kann. In seinem „Suprematistischen Manifest“ forderte Malewitsch 1915 auf der Ausstellung „0,10“ in Petrograd (heute Sankt Petersburg), die Kunst vom „Ballast der Gegenständlichkeit“ zu befreien. 1916 gründete er die Künstlergruppe „Supremus“. Er reduzierte die Malerei auf geometrische Formen wie Quadrat, Rechteck und Kreis. Das Bild Das schwarze Quadrat (Moskau 1929, Tretjakow-Galerie) auf weißem Grund gehört zu den Schlüsselwerken des Suprematismus. Die Suprematisten negierten die reale Welt als Gegenstand der Darstellung und überführten Raum und Zeit in Zeichen „suprematistischer“ Art. Die völlige Abstraktion auf geometrische Formen wurde in weiten Teilen der russischen Avantgarde bestimmend. Der Suprematismus übte auch auf die Künstler des Bauhauses und die De-Stijl-Bewegung (besonders auf Piet Mondrian) großen Einfluss aus.