SWG Kunstlexikon
GEORG MEISTERMANN
KUNSTWERKE GEORG MEISTERMANN
Glasmalereien (Monumentalwerke): Über 1.000 Glasfenster an rund 250 Orten in Europa, darunter das WDR-Funkhaus in Köln, die romanische Basilika St. Gereon in Köln, die St.-Andreas-Kirche in Köln und das Kieler Rathaus.
Kleine Oase (1951)
Komposition (ca. 1946/47)
Das berühmte und stark diskutierte offizielle Porträt von Willy Brandt (1977) für die Kanzlergalerie im Bundeskanzleramt.
Wandbilder & Fresken: Außenwände des Hörsaals am Engler-Bunte-Ring 21 in Karlsruhe (1960/61) sowie Außenfresken an der ehemaligen Unternehmenszentrale der Firma Zettelmeyer.
VIDEOS GEORG MEISTERMANN
Georg Meistermann: Public Art – Personal Statements | Sam Halstead | This mini-documentary is about seminal German artist/glass artist Georg Meistermann and will be a featured „extra“ on the Blu-Ray/DVD documentary – Lighting The Way: The Pioneers of German Stained Glass which will be released in 2016 | YouTube
Prof. Georg Meistermann | Sam Halstead | Georg Meistermann was a pivotal figure in the post-war boom in stained glass in Germany. His huge energetic windows of the 1950’s set the scene for what was to become the German Architectural Glass Movement. This segment is an excerpt from „Lighting The Way“ – a full length feature film about the pioneers of modern German architectural stained glass | YouTube
BIOGRAFIE GEORG MEISTERMANN
Geburtsjahr: 1911 (16. Juni)
Geburtsort: Solingen, Deutschland
Todesjahr: 1990 (12. Juni)
Sterbeort: Köln, Deutschland
AUSBILDUNG GEORG MEISTERMANN
1928–1933: Studium an der Kunstakademie Düsseldorf. Er studierte freie Kunst und Malerei unter den Professoren Heinrich Nauen, Werner Heuser und dem Bildhauer Ewald Mataré. Das Studium wurde 1933 durch die Nationalsozialisten vorzeitig beendet, da seine Klasse im Zuge der Kampagnen gegen sogenannte „Entartete Kunst“ aufgelöst wurde.
LEHRTÄTIGKEIT GEORG MEISTERMANN
1953: Gastdozentur an der Hamburger Landeskunstschule.
1953–1955: Professor an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main (Klasse für freie Grafik).
1955–1959: Professor an der Kunstakademie Düsseldorf (Klasse für freie und monumentale Malerei).
1959–1976: Professor an der Akademie der Bildenden Künste München.
MITGLIEDSCHAFTEN GEORG MEISTERMANN
Deutscher Künstlerbund: Mitglied und von 1967 bis 1972 dessen gewählter Präsident.
Pfälzische Sezession: Mitglied der Künstlervereinigung.
Präsidium des Evangelischen Kirchentages: Langjähriges engagiertes Mitglied zur Förderung des Dialogs zwischen Kirche und moderner Kunst.
AUSZEICHNUNGEN GEORG MEISTERMANN
1951: Blevin-Davis-Preis, München.
1955: Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen.
1959: Stephan-Lochner-Medaille der Stadt Köln.
1974: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (später mit Stern und Schulterband).
1981: Kulturpreis der Stadt Solingen.
1986: Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
SAMMLUNGEN GEORG MEISTERMANN
Georg-Meistermann-Museum (Stiftung Stadt Wittlich): Beheimatet den zentralen künstlerischen und dokumentarischen Nachlass.
Städel Museum, Frankfurt am Main: Umfangreiche Grafik- und Gemäldesammlung.
Museum Ludwig, Köln: Vertreten mit Werken der Nachkriegsabstraktion.
Mercedes-Benz Art Collection: Werke der klassischen Moderne und Nachkriegskunst.
AUSSTELLUNGEN GEORG MEISTERMANN
Einzelausstellungen Auswahl
1947: Erste große Nachkriegs-Einzelausstellung im Karl-Ernst-Osthaus-Museum, Hagen.
1961: Retrospektive zum 50. Geburtstag in der Kunsthalle Mannheim.
2011: „Künstler der leisen Töne – und dennoch ein Mahner“, große Gedächtnisausstellung zum 100. Geburtstag.
Gruppenausstellungen Auswahl
1955: Teilnahme an der wegweisenden documenta 1 in Kassel.
1959: Teilnahme an der documenta II in Kassel.
PROJEKTE GEORG MEISTERMANN
Architekturbezogene Glasmalerei-Symposien: Meistermann beteiligte sich europaweit an Diskursen zum Wiederaufbau sakraler und profaner Architektur nach 1945, um das zerstörte Deutschland von der „tausendjährigen Propagandakunst“ zu befreien.
WERKBESCHREIBUNG GEORG MEISTERMANN
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Malerei (Öl, Acryl), monumentale Glasmalerei, Wandfresken, Bleistift- und Tuschezeichnungen sowie freie Druckgrafik (Lithografie, Siebdruck).
STIL
Synthese aus spätem Kubismus und lyrischer sowie geometrischer Abstraktion. Meistermann löste die Figuren im Raum dynamisch auf und ersetzte feste Konturen durch ein autonomes Zusammenspiel von Farbe, freier Linie und monumentalen Flächen.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Licht und Transzendenz: Das Medium Glas diente ihm dazu, das profane Tageslicht in einen meditativen, spirituellen Raum zu überführen.
Das Vogel-Motiv: Häufige Verwendung von Vögeln (z.B. Grüne Schwinge) als symbolisch-mythologische Chiffre oder Metapher für bedrohte oder gewonnene Freiheit.
Christliche Ikonografie: Ungegenständliche, zeichenhafte Interpretation biblischer Themen (z.B. Pfingstwunder, Alpha und Omega).
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Seine Kunst definiert sich über die Überwindung des materiellen Bildraums. Merkmalhaft sind markante, oft dunkle Bleiruten-Netze in der Glasarchitektur, die schwebende, leuchtende Farbflächen (bevorzugt die Grundfarben Blau, Rot, Gelb) einfassen und rhythmisieren.
KÜNSTLERPORTRÄT GEORG MEISTERMANN
Georg Meistermann (1911–1990): In Solingen geborener Maler, Zeichner und überregional bedeutender Kunstpädagoge. Nach seinem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf (u. a. bei Heinrich Campendonk) wurde er von den Nationalsozialisten mit Ausstellungsverbot belegt. Ab 1952 wirkte er maßgeblich im Südwesten und leitete von 1955 bis 1960 eine hochkarätige Klasse für Malerei an der Karlsruher Kunstakademie. Meistermann gilt als der international herausragendste Erneuerer der Glasmalerei im 20. Jahrhundert. Seine monumentalen Fensterzyklen (wie in der Stuttgarter St.-Eberhard-Kirche oder dem Kölner Funkhaus) befreiten das Glas von seiner rein dienenden Rolle und verwandelten es in autonome Farb-Licht-Räume von lyrisch-abstrakter Tiefgründigkeit. Neben seinen Glasfenstern schuf er ein eindringliches Œuvre aus symbolhaften Gemälden und psychologischen Porträts (u. a. Willy Brandt). Als zweifacher documenta-Teilnehmer (1955, 1959), Träger des Hans-Molfenter-Preises der Stadt Stuttgart (1974) und langjähriger Präsident des Deutschen Künstlerbundes war er die intellektuelle und kulturpolitische Integrationsfigur, die der ungegenständlichen Nachkriegskunst im Südwesten institutionelles Gewicht verlieh.
ZITATE GEORG MEISTERMANN
„Die Farbe zum Schweben zu bringen, meditative Räume aufzuspüren und eine auf Transzendenz gerichtete Tiefe des Bildes zu erobern.“ | Künstlerisches Credo Meistermanns
„Mehr Sensibilität, weniger Empfindlichkeiten.“ | Georg Meistermann
STICHWORTE GEORG MEISTERMANN
Glasmalerei, Nachkriegsmoderne, Abstraktion, documenta-Teilnehmer, Kanzlerporträt, Sakralkunst, Deutscher Künstlerbund, Wittlich, Innere Emigration.
GEORG MEISTERMANN
KUNSTWERKE GEORG MEISTERMANN
Glasmalereien (Monumentalwerke): Über 1.000 Glasfenster an rund 250 Orten in Europa, darunter das WDR-Funkhaus in Köln, die romanische Basilika St. Gereon in Köln, die St.-Andreas-Kirche in Köln und das Kieler Rathaus.
Kleine Oase (1951)
Komposition (ca. 1946/47)
Das berühmte und stark diskutierte offizielle Porträt von Willy Brandt (1977) für die Kanzlergalerie im Bundeskanzleramt.
Wandbilder & Fresken: Außenwände des Hörsaals am Engler-Bunte-Ring 21 in Karlsruhe (1960/61) sowie Außenfresken an der ehemaligen Unternehmenszentrale der Firma Zettelmeyer.
VIDEOS GEORG MEISTERMANN
Georg Meistermann: Public Art – Personal Statements | Sam Halstead | This mini-documentary is about seminal German artist/glass artist Georg Meistermann and will be a featured „extra“ on the Blu-Ray/DVD documentary – Lighting The Way: The Pioneers of German Stained Glass which will be released in 2016 | YouTube
Prof. Georg Meistermann | Sam Halstead | Georg Meistermann was a pivotal figure in the post-war boom in stained glass in Germany. His huge energetic windows of the 1950’s set the scene for what was to become the German Architectural Glass Movement. This segment is an excerpt from „Lighting The Way“ – a full length feature film about the pioneers of modern German architectural stained glass | YouTube
BIOGRAFIE GEORG MEISTERMANN
Geburtsjahr: 1911 (16. Juni)
Geburtsort: Solingen, Deutschland
Todesjahr: 1990 (12. Juni)
Sterbeort: Köln, Deutschland
AUSBILDUNG GEORG MEISTERMANN
1928–1933: Studium an der Kunstakademie Düsseldorf. Er studierte freie Kunst und Malerei unter den Professoren Heinrich Nauen, Werner Heuser und dem Bildhauer Ewald Mataré. Das Studium wurde 1933 durch die Nationalsozialisten vorzeitig beendet, da seine Klasse im Zuge der Kampagnen gegen sogenannte „Entartete Kunst“ aufgelöst wurde.
LEHRTÄTIGKEIT GEORG MEISTERMANN
1953: Gastdozentur an der Hamburger Landeskunstschule.
1953–1955: Professor an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main (Klasse für freie Grafik).
1955–1959: Professor an der Kunstakademie Düsseldorf (Klasse für freie und monumentale Malerei).
1959–1976: Professor an der Akademie der Bildenden Künste München.
MITGLIEDSCHAFTEN GEORG MEISTERMANN
Deutscher Künstlerbund: Mitglied und von 1967 bis 1972 dessen gewählter Präsident.
Pfälzische Sezession: Mitglied der Künstlervereinigung.
Präsidium des Evangelischen Kirchentages: Langjähriges engagiertes Mitglied zur Förderung des Dialogs zwischen Kirche und moderner Kunst.
AUSZEICHNUNGEN GEORG MEISTERMANN
1951: Blevin-Davis-Preis, München.
1955: Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen.
1959: Stephan-Lochner-Medaille der Stadt Köln.
1974: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (später mit Stern und Schulterband).
1981: Kulturpreis der Stadt Solingen.
1986: Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
SAMMLUNGEN GEORG MEISTERMANN
Georg-Meistermann-Museum (Stiftung Stadt Wittlich): Beheimatet den zentralen künstlerischen und dokumentarischen Nachlass.
Städel Museum, Frankfurt am Main: Umfangreiche Grafik- und Gemäldesammlung.
Museum Ludwig, Köln: Vertreten mit Werken der Nachkriegsabstraktion.
Mercedes-Benz Art Collection: Werke der klassischen Moderne und Nachkriegskunst.
AUSSTELLUNGEN GEORG MEISTERMANN
Einzelausstellungen Auswahl
1947: Erste große Nachkriegs-Einzelausstellung im Karl-Ernst-Osthaus-Museum, Hagen.
1961: Retrospektive zum 50. Geburtstag in der Kunsthalle Mannheim.
2011: „Künstler der leisen Töne – und dennoch ein Mahner“, große Gedächtnisausstellung zum 100. Geburtstag.
Gruppenausstellungen Auswahl
1955: Teilnahme an der wegweisenden documenta 1 in Kassel.
1959: Teilnahme an der documenta II in Kassel.
PROJEKTE GEORG MEISTERMANN
Architekturbezogene Glasmalerei-Symposien: Meistermann beteiligte sich europaweit an Diskursen zum Wiederaufbau sakraler und profaner Architektur nach 1945, um das zerstörte Deutschland von der „tausendjährigen Propagandakunst“ zu befreien.
WERKBESCHREIBUNG GEORG MEISTERMANN
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Malerei (Öl, Acryl), monumentale Glasmalerei, Wandfresken, Bleistift- und Tuschezeichnungen sowie freie Druckgrafik (Lithografie, Siebdruck).
STIL
Synthese aus spätem Kubismus und lyrischer sowie geometrischer Abstraktion. Meistermann löste die Figuren im Raum dynamisch auf und ersetzte feste Konturen durch ein autonomes Zusammenspiel von Farbe, freier Linie und monumentalen Flächen.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Licht und Transzendenz: Das Medium Glas diente ihm dazu, das profane Tageslicht in einen meditativen, spirituellen Raum zu überführen.
Das Vogel-Motiv: Häufige Verwendung von Vögeln (z.B. Grüne Schwinge) als symbolisch-mythologische Chiffre oder Metapher für bedrohte oder gewonnene Freiheit.
Christliche Ikonografie: Ungegenständliche, zeichenhafte Interpretation biblischer Themen (z.B. Pfingstwunder, Alpha und Omega).
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Seine Kunst definiert sich über die Überwindung des materiellen Bildraums. Merkmalhaft sind markante, oft dunkle Bleiruten-Netze in der Glasarchitektur, die schwebende, leuchtende Farbflächen (bevorzugt die Grundfarben Blau, Rot, Gelb) einfassen und rhythmisieren.
KÜNSTLERPORTRÄT GEORG MEISTERMANN
Georg Meistermann (1911–1990): In Solingen geborener Maler, Zeichner und überregional bedeutender Kunstpädagoge. Nach seinem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf (u. a. bei Heinrich Campendonk) wurde er von den Nationalsozialisten mit Ausstellungsverbot belegt. Ab 1952 wirkte er maßgeblich im Südwesten und leitete von 1955 bis 1960 eine hochkarätige Klasse für Malerei an der Karlsruher Kunstakademie. Meistermann gilt als der international herausragendste Erneuerer der Glasmalerei im 20. Jahrhundert. Seine monumentalen Fensterzyklen (wie in der Stuttgarter St.-Eberhard-Kirche oder dem Kölner Funkhaus) befreiten das Glas von seiner rein dienenden Rolle und verwandelten es in autonome Farb-Licht-Räume von lyrisch-abstrakter Tiefgründigkeit. Neben seinen Glasfenstern schuf er ein eindringliches Œuvre aus symbolhaften Gemälden und psychologischen Porträts (u. a. Willy Brandt). Als zweifacher documenta-Teilnehmer (1955, 1959), Träger des Hans-Molfenter-Preises der Stadt Stuttgart (1974) und langjähriger Präsident des Deutschen Künstlerbundes war er die intellektuelle und kulturpolitische Integrationsfigur, die der ungegenständlichen Nachkriegskunst im Südwesten institutionelles Gewicht verlieh.
ZITATE GEORG MEISTERMANN
„Die Farbe zum Schweben zu bringen, meditative Räume aufzuspüren und eine auf Transzendenz gerichtete Tiefe des Bildes zu erobern.“ | Künstlerisches Credo Meistermanns
„Mehr Sensibilität, weniger Empfindlichkeiten.“ | Georg Meistermann
STICHWORTE GEORG MEISTERMANN
Glasmalerei, Nachkriegsmoderne, Abstraktion, documenta-Teilnehmer, Kanzlerporträt, Sakralkunst, Deutscher Künstlerbund, Wittlich, Innere Emigration.
GEORG MEISTERMANN
KUNSTWERKE GEORG MEISTERMANN
Glasmalereien (Monumentalwerke): Über 1.000 Glasfenster an rund 250 Orten in Europa, darunter das WDR-Funkhaus in Köln, die romanische Basilika St. Gereon in Köln, die St.-Andreas-Kirche in Köln und das Kieler Rathaus.
Kleine Oase (1951)
Komposition (ca. 1946/47)
Das berühmte und stark diskutierte offizielle Porträt von Willy Brandt (1977) für die Kanzlergalerie im Bundeskanzleramt.
Wandbilder & Fresken: Außenwände des Hörsaals am Engler-Bunte-Ring 21 in Karlsruhe (1960/61) sowie Außenfresken an der ehemaligen Unternehmenszentrale der Firma Zettelmeyer.
VIDEOS GEORG MEISTERMANN
Georg Meistermann: Public Art – Personal Statements | Sam Halstead | This mini-documentary is about seminal German artist/glass artist Georg Meistermann and will be a featured „extra“ on the Blu-Ray/DVD documentary – Lighting The Way: The Pioneers of German Stained Glass which will be released in 2016 | YouTube
Prof. Georg Meistermann | Sam Halstead | Georg Meistermann was a pivotal figure in the post-war boom in stained glass in Germany. His huge energetic windows of the 1950’s set the scene for what was to become the German Architectural Glass Movement. This segment is an excerpt from „Lighting The Way“ – a full length feature film about the pioneers of modern German architectural stained glass | YouTube
BIOGRAFIE GEORG MEISTERMANN
Geburtsjahr: 1911 (16. Juni)
Geburtsort: Solingen, Deutschland
Todesjahr: 1990 (12. Juni)
Sterbeort: Köln, Deutschland
AUSBILDUNG GEORG MEISTERMANN
1928–1933: Studium an der Kunstakademie Düsseldorf. Er studierte freie Kunst und Malerei unter den Professoren Heinrich Nauen, Werner Heuser und dem Bildhauer Ewald Mataré. Das Studium wurde 1933 durch die Nationalsozialisten vorzeitig beendet, da seine Klasse im Zuge der Kampagnen gegen sogenannte „Entartete Kunst“ aufgelöst wurde.
LEHRTÄTIGKEIT GEORG MEISTERMANN
1953: Gastdozentur an der Hamburger Landeskunstschule.
1953–1955: Professor an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main (Klasse für freie Grafik).
1955–1959: Professor an der Kunstakademie Düsseldorf (Klasse für freie und monumentale Malerei).
1959–1976: Professor an der Akademie der Bildenden Künste München.
MITGLIEDSCHAFTEN GEORG MEISTERMANN
Deutscher Künstlerbund: Mitglied und von 1967 bis 1972 dessen gewählter Präsident.
Pfälzische Sezession: Mitglied der Künstlervereinigung.
Präsidium des Evangelischen Kirchentages: Langjähriges engagiertes Mitglied zur Förderung des Dialogs zwischen Kirche und moderner Kunst.
AUSZEICHNUNGEN GEORG MEISTERMANN
1951: Blevin-Davis-Preis, München.
1955: Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen.
1959: Stephan-Lochner-Medaille der Stadt Köln.
1974: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (später mit Stern und Schulterband).
1981: Kulturpreis der Stadt Solingen.
1986: Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
SAMMLUNGEN GEORG MEISTERMANN
Georg-Meistermann-Museum (Stiftung Stadt Wittlich): Beheimatet den zentralen künstlerischen und dokumentarischen Nachlass.
Städel Museum, Frankfurt am Main: Umfangreiche Grafik- und Gemäldesammlung.
Museum Ludwig, Köln: Vertreten mit Werken der Nachkriegsabstraktion.
Mercedes-Benz Art Collection: Werke der klassischen Moderne und Nachkriegskunst.
AUSSTELLUNGEN GEORG MEISTERMANN
Einzelausstellungen Auswahl
1947: Erste große Nachkriegs-Einzelausstellung im Karl-Ernst-Osthaus-Museum, Hagen.
1961: Retrospektive zum 50. Geburtstag in der Kunsthalle Mannheim.
2011: „Künstler der leisen Töne – und dennoch ein Mahner“, große Gedächtnisausstellung zum 100. Geburtstag.
Gruppenausstellungen Auswahl
1955: Teilnahme an der wegweisenden documenta 1 in Kassel.
1959: Teilnahme an der documenta II in Kassel.
PROJEKTE GEORG MEISTERMANN
Architekturbezogene Glasmalerei-Symposien: Meistermann beteiligte sich europaweit an Diskursen zum Wiederaufbau sakraler und profaner Architektur nach 1945, um das zerstörte Deutschland von der „tausendjährigen Propagandakunst“ zu befreien.
WERKBESCHREIBUNG GEORG MEISTERMANN
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Malerei (Öl, Acryl), monumentale Glasmalerei, Wandfresken, Bleistift- und Tuschezeichnungen sowie freie Druckgrafik (Lithografie, Siebdruck).
STIL
Synthese aus spätem Kubismus und lyrischer sowie geometrischer Abstraktion. Meistermann löste die Figuren im Raum dynamisch auf und ersetzte feste Konturen durch ein autonomes Zusammenspiel von Farbe, freier Linie und monumentalen Flächen.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Licht und Transzendenz: Das Medium Glas diente ihm dazu, das profane Tageslicht in einen meditativen, spirituellen Raum zu überführen.
Das Vogel-Motiv: Häufige Verwendung von Vögeln (z.B. Grüne Schwinge) als symbolisch-mythologische Chiffre oder Metapher für bedrohte oder gewonnene Freiheit.
Christliche Ikonografie: Ungegenständliche, zeichenhafte Interpretation biblischer Themen (z.B. Pfingstwunder, Alpha und Omega).
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Seine Kunst definiert sich über die Überwindung des materiellen Bildraums. Merkmalhaft sind markante, oft dunkle Bleiruten-Netze in der Glasarchitektur, die schwebende, leuchtende Farbflächen (bevorzugt die Grundfarben Blau, Rot, Gelb) einfassen und rhythmisieren.
KÜNSTLERPORTRÄT GEORG MEISTERMANN
Georg Meistermann (1911–1990): In Solingen geborener Maler, Zeichner und überregional bedeutender Kunstpädagoge. Nach seinem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf (u. a. bei Heinrich Campendonk) wurde er von den Nationalsozialisten mit Ausstellungsverbot belegt. Ab 1952 wirkte er maßgeblich im Südwesten und leitete von 1955 bis 1960 eine hochkarätige Klasse für Malerei an der Karlsruher Kunstakademie. Meistermann gilt als der international herausragendste Erneuerer der Glasmalerei im 20. Jahrhundert. Seine monumentalen Fensterzyklen (wie in der Stuttgarter St.-Eberhard-Kirche oder dem Kölner Funkhaus) befreiten das Glas von seiner rein dienenden Rolle und verwandelten es in autonome Farb-Licht-Räume von lyrisch-abstrakter Tiefgründigkeit. Neben seinen Glasfenstern schuf er ein eindringliches Œuvre aus symbolhaften Gemälden und psychologischen Porträts (u. a. Willy Brandt). Als zweifacher documenta-Teilnehmer (1955, 1959), Träger des Hans-Molfenter-Preises der Stadt Stuttgart (1974) und langjähriger Präsident des Deutschen Künstlerbundes war er die intellektuelle und kulturpolitische Integrationsfigur, die der ungegenständlichen Nachkriegskunst im Südwesten institutionelles Gewicht verlieh.
ZITATE GEORG MEISTERMANN
„Die Farbe zum Schweben zu bringen, meditative Räume aufzuspüren und eine auf Transzendenz gerichtete Tiefe des Bildes zu erobern.“ | Künstlerisches Credo Meistermanns
„Mehr Sensibilität, weniger Empfindlichkeiten.“ | Georg Meistermann
STICHWORTE GEORG MEISTERMANN
Glasmalerei, Nachkriegsmoderne, Abstraktion, documenta-Teilnehmer, Kanzlerporträt, Sakralkunst, Deutscher Künstlerbund, Wittlich, Innere Emigration.