SWG Kunstlexikon
ERIKA RÖSSING
KUNSTWERKE ERIKA RÖSSING
Das in privaten Notizheften dokumentierte Gesamtwerk umfasst rund 180 Gemälde (Stillleben). Zu den namentlich bekannten und im Lentos Kunstmuseum Linz sowie der Städtischen Galerie im Lenbachhaus bewahrten Werken gehören unter anderem:
Taube und Fische (1958)
Verlorener Herbst (1964)
Der Entwurf (1969)
Vogelnacht (1972)
Lorbeer über dem Vogel (1973)
Früchte auf dem Blatt (1974)
Herbst Tag (1976)
Das verzauberte Nest (ohne Jahr)
Naturalien II (ohne Jahr)
Das Spinnennetz (ohne Jahr)
BIOGRAFIE ERIKA RÖSSING
Erika Rössing wurde als Erika Glöckner in Galizien geboren. Sie wuchs in Sarajevo und Wien auf und wurde in den 1920er-Jahren künstlerisch in Oberösterreich sozialisiert. Sie heiratete den bedeutenden österreichischen Grafiker, Illustrator und Hochschulprofessor Karl Rössing (1897–1987). Zeit ihres Lebens stand das Paar in einer engen künstlerischen Symbiose und einem intensiven Dialog, wenngleich Erika Rössing zeitlebens im öffentlichen Schatten der Karriere ihres Ehemanns stand. Während der NS-Zeit blieb sie im offiziellen Kunstbetrieb aktiv und ihre Stillleben waren damals durchaus gefragt. Im Laufe ihres Lebens folgten berufs- und kriegsbedingte Wohnortwechsel nach Essen, Berlin, Stuttgart, Gauting bei München und schließlich zurück nach Wien, wo sie 1977 verstarb.
Geburtsjahr: 1903 (29. Juli)
Geburtsort: Nisko, Galizien (heute Polen)
Todesjahr: 1977 (22. Februar)
Sterbeort: Wien, Österreich
AUSBILDUNG ERIKA RÖSSING
Erika Rössing erhielt eine fundierte und vielseitige künstlerische Ausbildung an verschiedenen Stationen in Oberösterreich:
Linz: Ausbildung unter anderem bei dem Bauhaus-Künstler und Grafiker Herbert Bayer.
Gmunden: Maßgebliche künstlerische Prägung und Sozialisation als Schülerin in der Werkstätte von Franz von Zülow.
SAMMLUNGEN ERIKA RÖSSING
Werke der Künstlerin befinden sich heute vor allem in öffentlichen, städtischen und staatlichen Kunstsammlungen:
Lentos Kunstmuseum Linz: Beheimatet den größten geschlossenen Bestand – Kernstück ist eine großzügige Schenkung/Stiftung von 50 Temperabildern aus ihrem Nachlass durch Karl Rössing im Jahr 1979.
Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
AUSSTELLUNGEN ERIKA RÖSSING
EINZELAUSSTELLUNGEN
1980: Gedächtnisausstellung in der Neuen Galerie der Stadt Linz (Vorgängerinstitution des Lentos).
2026–2027: Erika Roessing (1903–1977). Die Einsamkeit der Dinge – Große, umfassende Retrospektive im Lentos Kunstmuseum Linz (Oktober 2026 bis Januar 2027) mit rund 100 Exponaten.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN
1937 u. a. (NS-Zeit): Beteiligungen an regionalen und thematischen Kunstausstellungen des damaligen offiziellen Kunstbetriebs, in denen ihre Stillleben gezeigt wurden.
2026: Repräsentative Mitausstellung ihrer Werke im Dialog mit ausgewählten grafischen Arbeiten ihres Ehemanns Karl Rössing im Lentos Kunstmuseum.
WERKBESCHREIBUNG ERIKA RÖSSING
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Erika Rössing fokussierte sich im Laufe ihrer Karriere fast ausschließlich auf ein einziges klassisches Genre: das Stillleben. Ihr bevorzugtes und fast ausschließlich genutztes Malmedium war die Tempera auf Leinwand. Grafische Arbeiten oder Arbeiten in Öl treten stark in den Hintergrund.
STIL
Ihr Stil bewegt sich in einem feinen Spannungsfeld zwischen gegenständlicher Präzision und geometrischer Abstraktion. Die Bildflächen werden stark durch orthogonale oder geometrische Ornamente und Flächen strukturiert, die beinahe flächig-ornamental wirken. Ihre Werke zeichnen sich durch eine extrem zurückhaltende, subtile Farbigkeit und eine harmonische Balance der Bildelemente aus.
THEMEN | MOTIVE
Thematisch schöpfte sie aus einem festen Fundus an Alltagsgegenständen, Naturformen sowie ihren persönlichen Reiseeindrücken (insbesondere aus dem antiken Italien). Ihre wiederkehrenden Lieblingsmotive sind: Vögel, Federn, Nester, Früchte (insbesondere Äpfel), Laub, Körbe, Krüge und Vasen
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Die Kunst von Erika Rössing lässt sich am besten über das Prinzip „Thema und Variation“ definieren. Sie ordnete ähnliche, vermeintlich einfache Gegenstände in immer neuen Konstellationen an, wodurch jedes Bild trotz gleicher Requisiten eine ganz eigene, singuläre Wirkung entfaltet. Die Atmosphäre ihrer Bilder wird kunsthistorisch als magisch, lyrisch, still-poetisch und oft von einer leisen Melancholie getragen beschrieben. Die Kompositionen wirken extrem streng, durchdacht und strahlen eine tiefe, fast meditative Ruhe aus.
KÜNSTLERPORTRÄT ERIKA RÖSSING
Erika Rössing (1903–1977): In Nisko geborene österreichische Malerin, Kunstgewerblerin und eigenständige Stimme der gegenständlichen Zwischen- und Nachkriegsmoderne. Nach ihrer künstlerischen Ausbildung in Linz (u. a. gemeinsam mit Herbert Bayer) und in Gmunden bei Franz Zülow lebte und wirkte sie an wechselnden Stationen wie Essen, Berlin, Stuttgart und Gauting, ehe sie in Wien verstarb. Rössing gilt als eine feinsinnige Meisterin des Magischen Realismus. Ihr rund 180 Werke umfassendes Œuvre konzentriert sich vor allem auf meisterhafte, in Tempera ausgeführte Stillleben. Durch das wiederkehrende, fast meditative Neuanordnen zeitloser Motive wie Vögel, Früchte, Krüge und Blätter, kombiniert mit geometrischen Ornamenten und Anklängen an das antike Italien, befreite sie die Alltagsdinge von ihrer bloßen Profanität. Ihre streng komponierten Werke von zurückhaltender Farbigkeit strahlen eine metaphysische, oft melancholische „Einsamkeit der Dinge“ aus und verwandeln die Leinwand in Räume von lyrischer, unheimlich-statischer Tiefgründigkeit. Als Künstlerin, deren Schaffen an der Seite ihres Ehemanns, des berühmten Grafikers Karl Rössing, lange Zeit im Verborgenen lag, erfährt ihr Œuvre durch späte Stiftungen und umfassende Retrospektiven im Lentos Kunstmuseum Linz heute eine fundamentale kunsthistorische Wiederentdeckung.
STICHWORTE ERIKA RÖSSING
Österreichische Moderne, Stilllebenmalerei, Temperabild, Franz von Zülow, Lentos Linz, Geometrische Abstraktion, Magischer Realismus, Die Einsamkeit der Dinge, Künstlersymbiose
ERIKA RÖSSING
KUNSTWERKE ERIKA RÖSSING
Das in privaten Notizheften dokumentierte Gesamtwerk umfasst rund 180 Gemälde (Stillleben). Zu den namentlich bekannten und im Lentos Kunstmuseum Linz sowie der Städtischen Galerie im Lenbachhaus bewahrten Werken gehören unter anderem:
Taube und Fische (1958)
Verlorener Herbst (1964)
Der Entwurf (1969)
Vogelnacht (1972)
Lorbeer über dem Vogel (1973)
Früchte auf dem Blatt (1974)
Herbst Tag (1976)
Das verzauberte Nest (ohne Jahr)
Naturalien II (ohne Jahr)
Das Spinnennetz (ohne Jahr)
BIOGRAFIE ERIKA RÖSSING
Erika Rössing wurde als Erika Glöckner in Galizien geboren. Sie wuchs in Sarajevo und Wien auf und wurde in den 1920er-Jahren künstlerisch in Oberösterreich sozialisiert. Sie heiratete den bedeutenden österreichischen Grafiker, Illustrator und Hochschulprofessor Karl Rössing (1897–1987). Zeit ihres Lebens stand das Paar in einer engen künstlerischen Symbiose und einem intensiven Dialog, wenngleich Erika Rössing zeitlebens im öffentlichen Schatten der Karriere ihres Ehemanns stand. Während der NS-Zeit blieb sie im offiziellen Kunstbetrieb aktiv und ihre Stillleben waren damals durchaus gefragt. Im Laufe ihres Lebens folgten berufs- und kriegsbedingte Wohnortwechsel nach Essen, Berlin, Stuttgart, Gauting bei München und schließlich zurück nach Wien, wo sie 1977 verstarb.
Geburtsjahr: 1903 (29. Juli)
Geburtsort: Nisko, Galizien (heute Polen)
Todesjahr: 1977 (22. Februar)
Sterbeort: Wien, Österreich
AUSBILDUNG ERIKA RÖSSING
Erika Rössing erhielt eine fundierte und vielseitige künstlerische Ausbildung an verschiedenen Stationen in Oberösterreich:
Linz: Ausbildung unter anderem bei dem Bauhaus-Künstler und Grafiker Herbert Bayer.
Gmunden: Maßgebliche künstlerische Prägung und Sozialisation als Schülerin in der Werkstätte von Franz von Zülow.
SAMMLUNGEN ERIKA RÖSSING
Werke der Künstlerin befinden sich heute vor allem in öffentlichen, städtischen und staatlichen Kunstsammlungen:
Lentos Kunstmuseum Linz: Beheimatet den größten geschlossenen Bestand – Kernstück ist eine großzügige Schenkung/Stiftung von 50 Temperabildern aus ihrem Nachlass durch Karl Rössing im Jahr 1979.
Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
AUSSTELLUNGEN ERIKA RÖSSING
EINZELAUSSTELLUNGEN
1980: Gedächtnisausstellung in der Neuen Galerie der Stadt Linz (Vorgängerinstitution des Lentos).
2026–2027: Erika Roessing (1903–1977). Die Einsamkeit der Dinge – Große, umfassende Retrospektive im Lentos Kunstmuseum Linz (Oktober 2026 bis Januar 2027) mit rund 100 Exponaten.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN
1937 u. a. (NS-Zeit): Beteiligungen an regionalen und thematischen Kunstausstellungen des damaligen offiziellen Kunstbetriebs, in denen ihre Stillleben gezeigt wurden.
2026: Repräsentative Mitausstellung ihrer Werke im Dialog mit ausgewählten grafischen Arbeiten ihres Ehemanns Karl Rössing im Lentos Kunstmuseum.
WERKBESCHREIBUNG ERIKA RÖSSING
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Erika Rössing fokussierte sich im Laufe ihrer Karriere fast ausschließlich auf ein einziges klassisches Genre: das Stillleben. Ihr bevorzugtes und fast ausschließlich genutztes Malmedium war die Tempera auf Leinwand. Grafische Arbeiten oder Arbeiten in Öl treten stark in den Hintergrund.
STIL
Ihr Stil bewegt sich in einem feinen Spannungsfeld zwischen gegenständlicher Präzision und geometrischer Abstraktion. Die Bildflächen werden stark durch orthogonale oder geometrische Ornamente und Flächen strukturiert, die beinahe flächig-ornamental wirken. Ihre Werke zeichnen sich durch eine extrem zurückhaltende, subtile Farbigkeit und eine harmonische Balance der Bildelemente aus.
THEMEN | MOTIVE
Thematisch schöpfte sie aus einem festen Fundus an Alltagsgegenständen, Naturformen sowie ihren persönlichen Reiseeindrücken (insbesondere aus dem antiken Italien). Ihre wiederkehrenden Lieblingsmotive sind: Vögel, Federn, Nester, Früchte (insbesondere Äpfel), Laub, Körbe, Krüge und Vasen
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Die Kunst von Erika Rössing lässt sich am besten über das Prinzip „Thema und Variation“ definieren. Sie ordnete ähnliche, vermeintlich einfache Gegenstände in immer neuen Konstellationen an, wodurch jedes Bild trotz gleicher Requisiten eine ganz eigene, singuläre Wirkung entfaltet. Die Atmosphäre ihrer Bilder wird kunsthistorisch als magisch, lyrisch, still-poetisch und oft von einer leisen Melancholie getragen beschrieben. Die Kompositionen wirken extrem streng, durchdacht und strahlen eine tiefe, fast meditative Ruhe aus.
KÜNSTLERPORTRÄT ERIKA RÖSSING
Erika Rössing (1903–1977): In Nisko geborene österreichische Malerin, Kunstgewerblerin und eigenständige Stimme der gegenständlichen Zwischen- und Nachkriegsmoderne. Nach ihrer künstlerischen Ausbildung in Linz (u. a. gemeinsam mit Herbert Bayer) und in Gmunden bei Franz Zülow lebte und wirkte sie an wechselnden Stationen wie Essen, Berlin, Stuttgart und Gauting, ehe sie in Wien verstarb. Rössing gilt als eine feinsinnige Meisterin des Magischen Realismus. Ihr rund 180 Werke umfassendes Œuvre konzentriert sich vor allem auf meisterhafte, in Tempera ausgeführte Stillleben. Durch das wiederkehrende, fast meditative Neuanordnen zeitloser Motive wie Vögel, Früchte, Krüge und Blätter, kombiniert mit geometrischen Ornamenten und Anklängen an das antike Italien, befreite sie die Alltagsdinge von ihrer bloßen Profanität. Ihre streng komponierten Werke von zurückhaltender Farbigkeit strahlen eine metaphysische, oft melancholische „Einsamkeit der Dinge“ aus und verwandeln die Leinwand in Räume von lyrischer, unheimlich-statischer Tiefgründigkeit. Als Künstlerin, deren Schaffen an der Seite ihres Ehemanns, des berühmten Grafikers Karl Rössing, lange Zeit im Verborgenen lag, erfährt ihr Œuvre durch späte Stiftungen und umfassende Retrospektiven im Lentos Kunstmuseum Linz heute eine fundamentale kunsthistorische Wiederentdeckung.
STICHWORTE ERIKA RÖSSING
Österreichische Moderne, Stilllebenmalerei, Temperabild, Franz von Zülow, Lentos Linz, Geometrische Abstraktion, Magischer Realismus, Die Einsamkeit der Dinge, Künstlersymbiose
ERIKA RÖSSING
KUNSTWERKE ERIKA RÖSSING
Das in privaten Notizheften dokumentierte Gesamtwerk umfasst rund 180 Gemälde (Stillleben). Zu den namentlich bekannten und im Lentos Kunstmuseum Linz sowie der Städtischen Galerie im Lenbachhaus bewahrten Werken gehören unter anderem:
Taube und Fische (1958)
Verlorener Herbst (1964)
Der Entwurf (1969)
Vogelnacht (1972)
Lorbeer über dem Vogel (1973)
Früchte auf dem Blatt (1974)
Herbst Tag (1976)
Das verzauberte Nest (ohne Jahr)
Naturalien II (ohne Jahr)
Das Spinnennetz (ohne Jahr)
BIOGRAFIE ERIKA RÖSSING
Erika Rössing wurde als Erika Glöckner in Galizien geboren. Sie wuchs in Sarajevo und Wien auf und wurde in den 1920er-Jahren künstlerisch in Oberösterreich sozialisiert. Sie heiratete den bedeutenden österreichischen Grafiker, Illustrator und Hochschulprofessor Karl Rössing (1897–1987). Zeit ihres Lebens stand das Paar in einer engen künstlerischen Symbiose und einem intensiven Dialog, wenngleich Erika Rössing zeitlebens im öffentlichen Schatten der Karriere ihres Ehemanns stand. Während der NS-Zeit blieb sie im offiziellen Kunstbetrieb aktiv und ihre Stillleben waren damals durchaus gefragt. Im Laufe ihres Lebens folgten berufs- und kriegsbedingte Wohnortwechsel nach Essen, Berlin, Stuttgart, Gauting bei München und schließlich zurück nach Wien, wo sie 1977 verstarb.
Geburtsjahr: 1903 (29. Juli)
Geburtsort: Nisko, Galizien (heute Polen)
Todesjahr: 1977 (22. Februar)
Sterbeort: Wien, Österreich
AUSBILDUNG ERIKA RÖSSING
Erika Rössing erhielt eine fundierte und vielseitige künstlerische Ausbildung an verschiedenen Stationen in Oberösterreich:
Linz: Ausbildung unter anderem bei dem Bauhaus-Künstler und Grafiker Herbert Bayer.
Gmunden: Maßgebliche künstlerische Prägung und Sozialisation als Schülerin in der Werkstätte von Franz von Zülow.
SAMMLUNGEN ERIKA RÖSSING
Werke der Künstlerin befinden sich heute vor allem in öffentlichen, städtischen und staatlichen Kunstsammlungen:
Lentos Kunstmuseum Linz: Beheimatet den größten geschlossenen Bestand – Kernstück ist eine großzügige Schenkung/Stiftung von 50 Temperabildern aus ihrem Nachlass durch Karl Rössing im Jahr 1979.
Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
AUSSTELLUNGEN ERIKA RÖSSING
EINZELAUSSTELLUNGEN
1980: Gedächtnisausstellung in der Neuen Galerie der Stadt Linz (Vorgängerinstitution des Lentos).
2026–2027: Erika Roessing (1903–1977). Die Einsamkeit der Dinge – Große, umfassende Retrospektive im Lentos Kunstmuseum Linz (Oktober 2026 bis Januar 2027) mit rund 100 Exponaten.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN
1937 u. a. (NS-Zeit): Beteiligungen an regionalen und thematischen Kunstausstellungen des damaligen offiziellen Kunstbetriebs, in denen ihre Stillleben gezeigt wurden.
2026: Repräsentative Mitausstellung ihrer Werke im Dialog mit ausgewählten grafischen Arbeiten ihres Ehemanns Karl Rössing im Lentos Kunstmuseum.
WERKBESCHREIBUNG ERIKA RÖSSING
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Erika Rössing fokussierte sich im Laufe ihrer Karriere fast ausschließlich auf ein einziges klassisches Genre: das Stillleben. Ihr bevorzugtes und fast ausschließlich genutztes Malmedium war die Tempera auf Leinwand. Grafische Arbeiten oder Arbeiten in Öl treten stark in den Hintergrund.
STIL
Ihr Stil bewegt sich in einem feinen Spannungsfeld zwischen gegenständlicher Präzision und geometrischer Abstraktion. Die Bildflächen werden stark durch orthogonale oder geometrische Ornamente und Flächen strukturiert, die beinahe flächig-ornamental wirken. Ihre Werke zeichnen sich durch eine extrem zurückhaltende, subtile Farbigkeit und eine harmonische Balance der Bildelemente aus.
THEMEN | MOTIVE
Thematisch schöpfte sie aus einem festen Fundus an Alltagsgegenständen, Naturformen sowie ihren persönlichen Reiseeindrücken (insbesondere aus dem antiken Italien). Ihre wiederkehrenden Lieblingsmotive sind: Vögel, Federn, Nester, Früchte (insbesondere Äpfel), Laub, Körbe, Krüge und Vasen
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Die Kunst von Erika Rössing lässt sich am besten über das Prinzip „Thema und Variation“ definieren. Sie ordnete ähnliche, vermeintlich einfache Gegenstände in immer neuen Konstellationen an, wodurch jedes Bild trotz gleicher Requisiten eine ganz eigene, singuläre Wirkung entfaltet. Die Atmosphäre ihrer Bilder wird kunsthistorisch als magisch, lyrisch, still-poetisch und oft von einer leisen Melancholie getragen beschrieben. Die Kompositionen wirken extrem streng, durchdacht und strahlen eine tiefe, fast meditative Ruhe aus.
KÜNSTLERPORTRÄT ERIKA RÖSSING
Erika Rössing (1903–1977): In Nisko geborene österreichische Malerin, Kunstgewerblerin und eigenständige Stimme der gegenständlichen Zwischen- und Nachkriegsmoderne. Nach ihrer künstlerischen Ausbildung in Linz (u. a. gemeinsam mit Herbert Bayer) und in Gmunden bei Franz Zülow lebte und wirkte sie an wechselnden Stationen wie Essen, Berlin, Stuttgart und Gauting, ehe sie in Wien verstarb. Rössing gilt als eine feinsinnige Meisterin des Magischen Realismus. Ihr rund 180 Werke umfassendes Œuvre konzentriert sich vor allem auf meisterhafte, in Tempera ausgeführte Stillleben. Durch das wiederkehrende, fast meditative Neuanordnen zeitloser Motive wie Vögel, Früchte, Krüge und Blätter, kombiniert mit geometrischen Ornamenten und Anklängen an das antike Italien, befreite sie die Alltagsdinge von ihrer bloßen Profanität. Ihre streng komponierten Werke von zurückhaltender Farbigkeit strahlen eine metaphysische, oft melancholische „Einsamkeit der Dinge“ aus und verwandeln die Leinwand in Räume von lyrischer, unheimlich-statischer Tiefgründigkeit. Als Künstlerin, deren Schaffen an der Seite ihres Ehemanns, des berühmten Grafikers Karl Rössing, lange Zeit im Verborgenen lag, erfährt ihr Œuvre durch späte Stiftungen und umfassende Retrospektiven im Lentos Kunstmuseum Linz heute eine fundamentale kunsthistorische Wiederentdeckung.
STICHWORTE ERIKA RÖSSING
Österreichische Moderne, Stilllebenmalerei, Temperabild, Franz von Zülow, Lentos Linz, Geometrische Abstraktion, Magischer Realismus, Die Einsamkeit der Dinge, Künstlersymbiose