SWG Kunstlexikon
TIMM ULRICHS
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Timm Ulrichs | Goethe-Institut | Wenn Kunst zur Sprache wird und Sprache zur Kunst. Timm Ulrichs zeigt seine Werke in Sofia. Von Christo Bakalski | YouTube
BIOGRAFIE TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs (* 1940 in Berlin) ist ein einflussreicher deutscher Konzeptkünstler, der sich selbst als „Totalkünstler“ definiert und die radikale Verschmelzung von Kunst und Leben propagiert.
AUSBILDUNG TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs ist in künstlerischer Hinsicht Autodidakt. Seine formale akademische Ausbildung verlief wie folgt:
Schulbildung: Er wuchs in Wildeshausen und Bremen auf, wo er 1959 sein Abitur ablegte.
Von 1959 bis 1966 studierte er Architektur an der Technischen Hochschule Hannover (heute Leibniz Universität). Er brach das Studium 1966 nach dem Vordiplom ab, um als freier Künstler zu arbeiten.
LEHRTÄTIGKEIT TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs’ Lehrtätigkeit ist untrennbar mit seiner Vision der „Totalkunst“ verbunden. Obwohl er als Künstler Autodidakt ist, prägte er über drei Jahrzehnte die akademische Ausbildung in Deutschland.
Professur in Münster (1972–2005)
Timm Ulrichs war der prägende Kopf der Staatlichen Kunstakademie Münster (ursprünglich Institut für Kunsterzieher). Er hielt von 1972 bis zu seiner Emeritierung 2005 die Professur für Bildhauerei und Totalkunst.
Ansatz: Sein Unterricht war interdisziplinär und radikal konzeptionell. Er forderte von seinen Studierenden die Aufhebung der Trennung von Kunst und Alltag.
Bekannte Schüler: Zu seinen Absolventen gehören international renommierte Künstler wie Gregor Schneider (Goldener Löwe, Biennale Venedig), Ludger Gerdes und Ursula Neugebauer.
MITGLIEDSCHAFTEN TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs ist in verschiedenen bedeutenden künstlerischen Institutionen und Vereinigungen als Mitglied vertreten oder eng mit ihnen verbunden:
Akademie der Künste (AdK), Berlin: Ulrichs ist ordentliches Mitglied der Sektion Bildende Kunst. Für sein Lebenswerk erhielt er dort 2020 den renommierten Käthe-Kollwitz-Preis.
Deutscher Künstlerbund: Er wird als ordentliches Mitglied in diesem traditionsreichen Verband geführt.
Bielefelder Colloquium Neue Poesie: Als wichtiger Vertreter der konkreten Poesie gehört er diesem literarisch-künstlerischen Kreis an.
Freie Akademie der Künste in Hamburg: Er ist ebenfalls Mitglied dieser interdisziplinären Gelehrtengesellschaft.
Kasseler Künstler-Nekropole: Ulrichs ist Mitglied des Stiftungsrats dieser weltweit einzigartigen Begräbnisstätte für Künstler, in der er auch selbst bestattet werden möchte.
AUSZEICHNUNGEN TIMM ULRICHS
Großes Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens (2023): Verliehen für seine herausragenden Verdienste um das Land Niedersachsen.
Käthe-Kollwitz-Preis (2020): Die Akademie der Künste Berlin ehrte ihn anlässlich seines 80. Geburtstags für sein Lebenswerk, das Generationen von Künstlern inspiriert hat.
mfi-Preis für Kunst am Bau (2009): Für seine architekturbezogenen Projekte.
Konrad-von-Soest-Preis (1988): Verliehen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).
Will-Grohmann-Preis (1985): Von der Akademie der Künste Berlin.
Karl-Ernst-Osthaus-Preis (1985): Verliehen durch die Stadt Hagen.
Defet-Preis (1985): Auszeichnung des Deutschen Künstlerbundes.
Kunstpreis der Nord/LB (1983), Hannover.
Deutscher Kritikerpreis (1977): Für den Bereich Bildende Kunst.
SAMMLUNGEN TIMM ULRICHS
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe: Mit über 150 Arbeiten (Objekte, Skulpturen, Fotografien und Grafiken) beherbergt das ZKM einen der weltweit umfangreichsten Bestände des Künstlers.
Sprengel Museum Hannover: Aufgrund seines jahrzehntelangen Wirkens in Hannover verfügt das Museum über eine bedeutende Werksammlung und widmete ihm bereits große Retrospektiven.
Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon: Hier befindet sich eine spezialisierte Sammlung, die Ulrichs‘ Konzept der „Totalkunst“ umfassend dokumentiert.
Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen: Beherbergt im Zentrum für Künstlerpublikationen einen wesentlichen Teil seiner publizistischen und multiplen Werke.
Akademie der Künste und Kupferstichkabinett Berlin
Museum Folkwang, Essen
Kunstmuseum Bonn
Museum Ostwall, Dortmund
Kaiser Wilhelm Museum Krefeld
Staatsgalerie Stuttgart
Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
Museum Ritter, Waldenbuch
Centre Pompidou, Paris
Stedelijk Museum, Amsterdam
mumok und Dom Museum Wien
Neue Galerie Graz.
AUSSTELLUNGEN TIMM ULRICHS
ZKM Karlsruhe, „The Story That Never Ends“
Sprengel Museum Hannover (2020): Anlässlich seines 80. Geburtstags fand hier eine große Retrospektive statt, die sein Lebenswerk in den Fokus rückte.
Akademie der Künste, Berlin (2020): Parallel zur Preisverleihung des Käthe-Kollwitz-Preises wurde eine umfassende Ausstellung seiner Werke gezeigt.
Kunstmuseum Celle und ZKM Karlsruhe (2010): Zum 70. Geburtstag gab es große Gemeinschaftsausstellungen, die Ulrichs‘ Bedeutung für die Konzeptkunst unterstrichen.
documenta: Ulrichs war Teilnehmer der documenta 6 (1977) und der documenta 8 (1987) in Kassel, wo er mit prominenten Beiträgen vertreten war.
WERKBESCHREIBUNG TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs definiert sein Schaffen seit 1959 als „Totalkunst“. Dieser Begriff beschreibt den radikalen Versuch, die Grenzen zwischen Kunst und Leben vollständig aufzuheben. Für Ulrichs ist nicht nur das produzierte Objekt Kunst, sondern der Künstler selbst, seine Biografie, sein Körper und sein gesamter Alltag. Timm Ulrichs’ Konzept der Totalkunst basiert auf der Idee, dass Kunst kein isoliertes Ereignis im Museum ist, sondern eine permanente Existenzweise. Er ernannte sich 1961 selbst zum „ersten lebenden Kunstwerk“. Seine Kunst ist:
Selbstreferenziell: Der Künstler ist Material und Thema zugleich.
Interdisziplinär: Er nutzt Bildhauerei, Performance, Fotografie, Grafik und Literatur (konkrete Poesie).
Demokratisch: Er nutzt alltägliche Gegenstände und Situationen, um sie in einen künstlerischen Kontext zu rücken.
ZENTRALE STRATEGIEN
Sein Werk lässt sich durch drei wesentliche methodische Ansätze beschreiben:
Sprachwitz und Tautologie
Timm Ulrichs nimmt Sprache wörtlich. Er nutzt Wortspiele, um logische Paradoxien aufzuzeigen.
Beispiel: Ein Stempel mit der Aufschrift „Kopie“, der das Original entwertet, oder das Buch mit dem Titel „Dies ist ein Buch“, das lediglich seine eigene Existenz beschreibt.
Der Körper als Medium
Sein Körper dient als Leinwand und Messinstrument.
The End (1970/1981): Seine wohl bekannteste Arbeit ist die Tätowierung des Schriftzugs „The End“ auf sein rechtes Augenlid. Das Kunstwerk wird erst mit seinem Tod – beim Schließen der Augen – final „vollendet“.
Ich bin ein Gedicht: Ulrichs trägt Plakate oder Schilder, die ihn als lebendes Objekt kennzeichnen.
Messen und Dokumentieren
Viele Arbeiten beschäftigen sich mit dem Vermessen der Welt und des Ichs. Er lässt seinen Körperumfang, sein Gewicht und seine Reaktionen akribisch dokumentieren, um die menschliche Existenz in Daten und Fakten zu überführen.
Landschaftskunst
Seine Interventionen in der Natur, wie das Projekt „Findling“ in Münster, thematisieren das Verhältnis von Naturraum und menschlicher Definition.
Timm Ulrichs’ Werk ist geprägt von einem trockenen Humor und einer strengen Logik. Er hinterfragt die Autorenschaft und den Marktwert von Kunst, indem er sich selbst und seine Existenz als permanentes, nicht verkäufliches Experiment zur Verfügung stellt. Sein Werk ist weniger ein Kanon von Objekten als vielmehr eine lebenslange, konsequente Performance.
ZITATE TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs’ Werk ist untrennbar mit seinen pointierten, oft tautologischen Aussagen verbunden. Seine Zitate fungieren dabei häufig selbst als eigenständige Kunstwerke (konkrete Poesie).
Hier sind seine zentralen Leitsätze und Zitate:
Zur Definition seiner Kunst
„Ich bin das erste lebende Kunstwerk.“ (1961) – Mit diesem Satz begründete er seinen Status als Totalkünstler und stellte sich selbst als Exponat aus.
„Totalkunst ist die Identität von Kunst und Leben.“ – Seine Kern-Definition, die besagt, dass es keine Trennung zwischen privater Existenz und künstlerischem Schaffen gibt.
„Ich bin ein Gedicht.“ – Ulrichs nutzt diesen Satz oft in Performances, um sich selbst als sprachliches und ästhetisches Objekt zu markieren.
Zu Tod und Vergänglichkeit
„The End“ – Dieses Zitat ist auf sein rechtes Augenlid tätowiert. Es ist sein „letztes“ Wort, das erst nach seinem Tod, wenn die Augen für immer geschlossen sind, für den Betrachter „lesbar“ wird.
„Am liebsten wäre mir, ich wäre schon ein Klassiker und lebte noch.“ – Ein ironischer Kommentar zu seinem frühen Ruhm und der musealen Einordnung seines Werks.
Zur Methode und Logik
„Ich nehme die Dinge beim Wort.“ – Eine Beschreibung seiner Arbeitsweise, bei der er Metaphern und Redewendungen wörtlich in Objekte oder Aktionen übersetzt.
„Kunst ist Leben, Leben ist Kunst.“ – Eine Variation des Fluxus-Gedankens, den Ulrichs durch seine radikale Selbstdokumentation auf die Spitze trieb.
„Alles ist Kunst, aber Kunst ist nicht alles.“ – Ein Hinweis darauf, dass zwar jeder Gegenstand zum Kunstwerk erklärt werden kann, die Realität aber dennoch ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten behält.
Literarische und visuelle Zitate
In seinen grafischen Arbeiten und Stempel-Serien finden sich oft Sätze wie:
„Dies ist ein Satz.“ – Eine rein tautologische Feststellung.
„Kopie des Originals = Original der Kopie.“ – Ein Spiel mit dem Wert von Kunst im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit.
Die Zitate von Timm Ulrichs sind meist kurz, prägnant und zielen darauf ab, die Logik des Betrachters durch eine unerwartete Wörtlichkeit zu erschüttern.
BIBLIOGRAPHIE TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs: Ich, Gott und die Welt (VFMK Verlag): Erschienen anlässlich seiner großen Retrospektive im Sprengel Museum Hannover (2020), umfasst dieses Werk Beiträge von 100 Autoren zu 100 Werken.
Timm Ulrichs – Nichts als Theater! (2024/2025): Begleitpublikation zur Ausstellung in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen, die seinen performativen Ansatz thematisiert.
Timm Ulrichs Total (2021): Katalog des Zentrums für Künstlerpublikationen (Weserburg Bremen), der sich auf seine Editionen, Multiples und Druckgrafiken konzentriert.
Timm Ulrichs – Die Druckgrafik (modo Verlag): Ein umfassender Werkkatalog seiner über 240 druckgrafischen Arbeiten seit 1960.
Timm Ulrichs: Totalkunst (1980): Ein historisch wichtiges Werk zur Definition seines künstlerischen Selbstverständnisses.
Timm Ulrichs: Retrospektive (1975): Katalog zur ersten großen musealen Aufarbeitung seines Werks durch den Kunstverein Braunschweig.
LINKS TIMM ULRICHS
HOMEPAGE TIMM ULRICHS
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Timm Ulrichs | Goethe-Institut | Wenn Kunst zur Sprache wird und Sprache zur Kunst. Timm Ulrichs zeigt seine Werke in Sofia. Von Christo Bakalski | YouTube
BIOGRAFIE TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs (* 1940 in Berlin) ist ein einflussreicher deutscher Konzeptkünstler, der sich selbst als „Totalkünstler“ definiert und die radikale Verschmelzung von Kunst und Leben propagiert.
AUSBILDUNG TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs ist in künstlerischer Hinsicht Autodidakt. Seine formale akademische Ausbildung verlief wie folgt:
Schulbildung: Er wuchs in Wildeshausen und Bremen auf, wo er 1959 sein Abitur ablegte.
Von 1959 bis 1966 studierte er Architektur an der Technischen Hochschule Hannover (heute Leibniz Universität). Er brach das Studium 1966 nach dem Vordiplom ab, um als freier Künstler zu arbeiten.
LEHRTÄTIGKEIT TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs’ Lehrtätigkeit ist untrennbar mit seiner Vision der „Totalkunst“ verbunden. Obwohl er als Künstler Autodidakt ist, prägte er über drei Jahrzehnte die akademische Ausbildung in Deutschland.
Professur in Münster (1972–2005)
Timm Ulrichs war der prägende Kopf der Staatlichen Kunstakademie Münster (ursprünglich Institut für Kunsterzieher). Er hielt von 1972 bis zu seiner Emeritierung 2005 die Professur für Bildhauerei und Totalkunst.
Ansatz: Sein Unterricht war interdisziplinär und radikal konzeptionell. Er forderte von seinen Studierenden die Aufhebung der Trennung von Kunst und Alltag.
Bekannte Schüler: Zu seinen Absolventen gehören international renommierte Künstler wie Gregor Schneider (Goldener Löwe, Biennale Venedig), Ludger Gerdes und Ursula Neugebauer.
MITGLIEDSCHAFTEN TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs ist in verschiedenen bedeutenden künstlerischen Institutionen und Vereinigungen als Mitglied vertreten oder eng mit ihnen verbunden:
Akademie der Künste (AdK), Berlin: Ulrichs ist ordentliches Mitglied der Sektion Bildende Kunst. Für sein Lebenswerk erhielt er dort 2020 den renommierten Käthe-Kollwitz-Preis.
Deutscher Künstlerbund: Er wird als ordentliches Mitglied in diesem traditionsreichen Verband geführt.
Bielefelder Colloquium Neue Poesie: Als wichtiger Vertreter der konkreten Poesie gehört er diesem literarisch-künstlerischen Kreis an.
Freie Akademie der Künste in Hamburg: Er ist ebenfalls Mitglied dieser interdisziplinären Gelehrtengesellschaft.
Kasseler Künstler-Nekropole: Ulrichs ist Mitglied des Stiftungsrats dieser weltweit einzigartigen Begräbnisstätte für Künstler, in der er auch selbst bestattet werden möchte.
AUSZEICHNUNGEN TIMM ULRICHS
Großes Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens (2023): Verliehen für seine herausragenden Verdienste um das Land Niedersachsen.
Käthe-Kollwitz-Preis (2020): Die Akademie der Künste Berlin ehrte ihn anlässlich seines 80. Geburtstags für sein Lebenswerk, das Generationen von Künstlern inspiriert hat.
mfi-Preis für Kunst am Bau (2009): Für seine architekturbezogenen Projekte.
Konrad-von-Soest-Preis (1988): Verliehen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).
Will-Grohmann-Preis (1985): Von der Akademie der Künste Berlin.
Karl-Ernst-Osthaus-Preis (1985): Verliehen durch die Stadt Hagen.
Defet-Preis (1985): Auszeichnung des Deutschen Künstlerbundes.
Kunstpreis der Nord/LB (1983), Hannover.
Deutscher Kritikerpreis (1977): Für den Bereich Bildende Kunst.
SAMMLUNGEN TIMM ULRICHS
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe: Mit über 150 Arbeiten (Objekte, Skulpturen, Fotografien und Grafiken) beherbergt das ZKM einen der weltweit umfangreichsten Bestände des Künstlers.
Sprengel Museum Hannover: Aufgrund seines jahrzehntelangen Wirkens in Hannover verfügt das Museum über eine bedeutende Werksammlung und widmete ihm bereits große Retrospektiven.
Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon: Hier befindet sich eine spezialisierte Sammlung, die Ulrichs‘ Konzept der „Totalkunst“ umfassend dokumentiert.
Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen: Beherbergt im Zentrum für Künstlerpublikationen einen wesentlichen Teil seiner publizistischen und multiplen Werke.
Akademie der Künste und Kupferstichkabinett Berlin
Museum Folkwang, Essen
Kunstmuseum Bonn
Museum Ostwall, Dortmund
Kaiser Wilhelm Museum Krefeld
Staatsgalerie Stuttgart
Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
Museum Ritter, Waldenbuch
Centre Pompidou, Paris
Stedelijk Museum, Amsterdam
mumok und Dom Museum Wien
Neue Galerie Graz.
AUSSTELLUNGEN TIMM ULRICHS
ZKM Karlsruhe, „The Story That Never Ends“
Sprengel Museum Hannover (2020): Anlässlich seines 80. Geburtstags fand hier eine große Retrospektive statt, die sein Lebenswerk in den Fokus rückte.
Akademie der Künste, Berlin (2020): Parallel zur Preisverleihung des Käthe-Kollwitz-Preises wurde eine umfassende Ausstellung seiner Werke gezeigt.
Kunstmuseum Celle und ZKM Karlsruhe (2010): Zum 70. Geburtstag gab es große Gemeinschaftsausstellungen, die Ulrichs‘ Bedeutung für die Konzeptkunst unterstrichen.
documenta: Ulrichs war Teilnehmer der documenta 6 (1977) und der documenta 8 (1987) in Kassel, wo er mit prominenten Beiträgen vertreten war.
WERKBESCHREIBUNG TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs definiert sein Schaffen seit 1959 als „Totalkunst“. Dieser Begriff beschreibt den radikalen Versuch, die Grenzen zwischen Kunst und Leben vollständig aufzuheben. Für Ulrichs ist nicht nur das produzierte Objekt Kunst, sondern der Künstler selbst, seine Biografie, sein Körper und sein gesamter Alltag. Timm Ulrichs’ Konzept der Totalkunst basiert auf der Idee, dass Kunst kein isoliertes Ereignis im Museum ist, sondern eine permanente Existenzweise. Er ernannte sich 1961 selbst zum „ersten lebenden Kunstwerk“. Seine Kunst ist:
Selbstreferenziell: Der Künstler ist Material und Thema zugleich.
Interdisziplinär: Er nutzt Bildhauerei, Performance, Fotografie, Grafik und Literatur (konkrete Poesie).
Demokratisch: Er nutzt alltägliche Gegenstände und Situationen, um sie in einen künstlerischen Kontext zu rücken.
ZENTRALE STRATEGIEN
Sein Werk lässt sich durch drei wesentliche methodische Ansätze beschreiben:
Sprachwitz und Tautologie
Timm Ulrichs nimmt Sprache wörtlich. Er nutzt Wortspiele, um logische Paradoxien aufzuzeigen.
Beispiel: Ein Stempel mit der Aufschrift „Kopie“, der das Original entwertet, oder das Buch mit dem Titel „Dies ist ein Buch“, das lediglich seine eigene Existenz beschreibt.
Der Körper als Medium
Sein Körper dient als Leinwand und Messinstrument.
The End (1970/1981): Seine wohl bekannteste Arbeit ist die Tätowierung des Schriftzugs „The End“ auf sein rechtes Augenlid. Das Kunstwerk wird erst mit seinem Tod – beim Schließen der Augen – final „vollendet“.
Ich bin ein Gedicht: Ulrichs trägt Plakate oder Schilder, die ihn als lebendes Objekt kennzeichnen.
Messen und Dokumentieren
Viele Arbeiten beschäftigen sich mit dem Vermessen der Welt und des Ichs. Er lässt seinen Körperumfang, sein Gewicht und seine Reaktionen akribisch dokumentieren, um die menschliche Existenz in Daten und Fakten zu überführen.
Landschaftskunst
Seine Interventionen in der Natur, wie das Projekt „Findling“ in Münster, thematisieren das Verhältnis von Naturraum und menschlicher Definition.
Timm Ulrichs’ Werk ist geprägt von einem trockenen Humor und einer strengen Logik. Er hinterfragt die Autorenschaft und den Marktwert von Kunst, indem er sich selbst und seine Existenz als permanentes, nicht verkäufliches Experiment zur Verfügung stellt. Sein Werk ist weniger ein Kanon von Objekten als vielmehr eine lebenslange, konsequente Performance.
ZITATE TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs’ Werk ist untrennbar mit seinen pointierten, oft tautologischen Aussagen verbunden. Seine Zitate fungieren dabei häufig selbst als eigenständige Kunstwerke (konkrete Poesie).
Hier sind seine zentralen Leitsätze und Zitate:
Zur Definition seiner Kunst
„Ich bin das erste lebende Kunstwerk.“ (1961) – Mit diesem Satz begründete er seinen Status als Totalkünstler und stellte sich selbst als Exponat aus.
„Totalkunst ist die Identität von Kunst und Leben.“ – Seine Kern-Definition, die besagt, dass es keine Trennung zwischen privater Existenz und künstlerischem Schaffen gibt.
„Ich bin ein Gedicht.“ – Ulrichs nutzt diesen Satz oft in Performances, um sich selbst als sprachliches und ästhetisches Objekt zu markieren.
Zu Tod und Vergänglichkeit
„The End“ – Dieses Zitat ist auf sein rechtes Augenlid tätowiert. Es ist sein „letztes“ Wort, das erst nach seinem Tod, wenn die Augen für immer geschlossen sind, für den Betrachter „lesbar“ wird.
„Am liebsten wäre mir, ich wäre schon ein Klassiker und lebte noch.“ – Ein ironischer Kommentar zu seinem frühen Ruhm und der musealen Einordnung seines Werks.
Zur Methode und Logik
„Ich nehme die Dinge beim Wort.“ – Eine Beschreibung seiner Arbeitsweise, bei der er Metaphern und Redewendungen wörtlich in Objekte oder Aktionen übersetzt.
„Kunst ist Leben, Leben ist Kunst.“ – Eine Variation des Fluxus-Gedankens, den Ulrichs durch seine radikale Selbstdokumentation auf die Spitze trieb.
„Alles ist Kunst, aber Kunst ist nicht alles.“ – Ein Hinweis darauf, dass zwar jeder Gegenstand zum Kunstwerk erklärt werden kann, die Realität aber dennoch ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten behält.
Literarische und visuelle Zitate
In seinen grafischen Arbeiten und Stempel-Serien finden sich oft Sätze wie:
„Dies ist ein Satz.“ – Eine rein tautologische Feststellung.
„Kopie des Originals = Original der Kopie.“ – Ein Spiel mit dem Wert von Kunst im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit.
Die Zitate von Timm Ulrichs sind meist kurz, prägnant und zielen darauf ab, die Logik des Betrachters durch eine unerwartete Wörtlichkeit zu erschüttern.
BIBLIOGRAPHIE TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs: Ich, Gott und die Welt (VFMK Verlag): Erschienen anlässlich seiner großen Retrospektive im Sprengel Museum Hannover (2020), umfasst dieses Werk Beiträge von 100 Autoren zu 100 Werken.
Timm Ulrichs – Nichts als Theater! (2024/2025): Begleitpublikation zur Ausstellung in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen, die seinen performativen Ansatz thematisiert.
Timm Ulrichs Total (2021): Katalog des Zentrums für Künstlerpublikationen (Weserburg Bremen), der sich auf seine Editionen, Multiples und Druckgrafiken konzentriert.
Timm Ulrichs – Die Druckgrafik (modo Verlag): Ein umfassender Werkkatalog seiner über 240 druckgrafischen Arbeiten seit 1960.
Timm Ulrichs: Totalkunst (1980): Ein historisch wichtiges Werk zur Definition seines künstlerischen Selbstverständnisses.
Timm Ulrichs: Retrospektive (1975): Katalog zur ersten großen musealen Aufarbeitung seines Werks durch den Kunstverein Braunschweig.
LINKS TIMM ULRICHS
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Timm Ulrichs | Goethe-Institut | Wenn Kunst zur Sprache wird und Sprache zur Kunst. Timm Ulrichs zeigt seine Werke in Sofia. Von Christo Bakalski | YouTube
BIOGRAFIE TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs (* 1940 in Berlin) ist ein einflussreicher deutscher Konzeptkünstler, der sich selbst als „Totalkünstler“ definiert und die radikale Verschmelzung von Kunst und Leben propagiert.
AUSBILDUNG TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs ist in künstlerischer Hinsicht Autodidakt. Seine formale akademische Ausbildung verlief wie folgt:
Schulbildung: Er wuchs in Wildeshausen und Bremen auf, wo er 1959 sein Abitur ablegte.
Von 1959 bis 1966 studierte er Architektur an der Technischen Hochschule Hannover (heute Leibniz Universität). Er brach das Studium 1966 nach dem Vordiplom ab, um als freier Künstler zu arbeiten.
LEHRTÄTIGKEIT TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs’ Lehrtätigkeit ist untrennbar mit seiner Vision der „Totalkunst“ verbunden. Obwohl er als Künstler Autodidakt ist, prägte er über drei Jahrzehnte die akademische Ausbildung in Deutschland.
Professur in Münster (1972–2005)
Timm Ulrichs war der prägende Kopf der Staatlichen Kunstakademie Münster (ursprünglich Institut für Kunsterzieher). Er hielt von 1972 bis zu seiner Emeritierung 2005 die Professur für Bildhauerei und Totalkunst.
Ansatz: Sein Unterricht war interdisziplinär und radikal konzeptionell. Er forderte von seinen Studierenden die Aufhebung der Trennung von Kunst und Alltag.
Bekannte Schüler: Zu seinen Absolventen gehören international renommierte Künstler wie Gregor Schneider (Goldener Löwe, Biennale Venedig), Ludger Gerdes und Ursula Neugebauer.
MITGLIEDSCHAFTEN TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs ist in verschiedenen bedeutenden künstlerischen Institutionen und Vereinigungen als Mitglied vertreten oder eng mit ihnen verbunden:
Akademie der Künste (AdK), Berlin: Ulrichs ist ordentliches Mitglied der Sektion Bildende Kunst. Für sein Lebenswerk erhielt er dort 2020 den renommierten Käthe-Kollwitz-Preis.
Deutscher Künstlerbund: Er wird als ordentliches Mitglied in diesem traditionsreichen Verband geführt.
Bielefelder Colloquium Neue Poesie: Als wichtiger Vertreter der konkreten Poesie gehört er diesem literarisch-künstlerischen Kreis an.
Freie Akademie der Künste in Hamburg: Er ist ebenfalls Mitglied dieser interdisziplinären Gelehrtengesellschaft.
Kasseler Künstler-Nekropole: Ulrichs ist Mitglied des Stiftungsrats dieser weltweit einzigartigen Begräbnisstätte für Künstler, in der er auch selbst bestattet werden möchte.
AUSZEICHNUNGEN TIMM ULRICHS
Großes Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens (2023): Verliehen für seine herausragenden Verdienste um das Land Niedersachsen.
Käthe-Kollwitz-Preis (2020): Die Akademie der Künste Berlin ehrte ihn anlässlich seines 80. Geburtstags für sein Lebenswerk, das Generationen von Künstlern inspiriert hat.
mfi-Preis für Kunst am Bau (2009): Für seine architekturbezogenen Projekte.
Konrad-von-Soest-Preis (1988): Verliehen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).
Will-Grohmann-Preis (1985): Von der Akademie der Künste Berlin.
Karl-Ernst-Osthaus-Preis (1985): Verliehen durch die Stadt Hagen.
Defet-Preis (1985): Auszeichnung des Deutschen Künstlerbundes.
Kunstpreis der Nord/LB (1983), Hannover.
Deutscher Kritikerpreis (1977): Für den Bereich Bildende Kunst.
SAMMLUNGEN TIMM ULRICHS
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe: Mit über 150 Arbeiten (Objekte, Skulpturen, Fotografien und Grafiken) beherbergt das ZKM einen der weltweit umfangreichsten Bestände des Künstlers.
Sprengel Museum Hannover: Aufgrund seines jahrzehntelangen Wirkens in Hannover verfügt das Museum über eine bedeutende Werksammlung und widmete ihm bereits große Retrospektiven.
Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon: Hier befindet sich eine spezialisierte Sammlung, die Ulrichs‘ Konzept der „Totalkunst“ umfassend dokumentiert.
Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen: Beherbergt im Zentrum für Künstlerpublikationen einen wesentlichen Teil seiner publizistischen und multiplen Werke.
Akademie der Künste und Kupferstichkabinett Berlin
Museum Folkwang, Essen
Kunstmuseum Bonn
Museum Ostwall, Dortmund
Kaiser Wilhelm Museum Krefeld
Staatsgalerie Stuttgart
Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
Museum Ritter, Waldenbuch
Centre Pompidou, Paris
Stedelijk Museum, Amsterdam
mumok und Dom Museum Wien
Neue Galerie Graz.
AUSSTELLUNGEN TIMM ULRICHS
ZKM Karlsruhe, „The Story That Never Ends“
Sprengel Museum Hannover (2020): Anlässlich seines 80. Geburtstags fand hier eine große Retrospektive statt, die sein Lebenswerk in den Fokus rückte.
Akademie der Künste, Berlin (2020): Parallel zur Preisverleihung des Käthe-Kollwitz-Preises wurde eine umfassende Ausstellung seiner Werke gezeigt.
Kunstmuseum Celle und ZKM Karlsruhe (2010): Zum 70. Geburtstag gab es große Gemeinschaftsausstellungen, die Ulrichs‘ Bedeutung für die Konzeptkunst unterstrichen.
documenta: Ulrichs war Teilnehmer der documenta 6 (1977) und der documenta 8 (1987) in Kassel, wo er mit prominenten Beiträgen vertreten war.
WERKBESCHREIBUNG TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs definiert sein Schaffen seit 1959 als „Totalkunst“. Dieser Begriff beschreibt den radikalen Versuch, die Grenzen zwischen Kunst und Leben vollständig aufzuheben. Für Ulrichs ist nicht nur das produzierte Objekt Kunst, sondern der Künstler selbst, seine Biografie, sein Körper und sein gesamter Alltag. Timm Ulrichs’ Konzept der Totalkunst basiert auf der Idee, dass Kunst kein isoliertes Ereignis im Museum ist, sondern eine permanente Existenzweise. Er ernannte sich 1961 selbst zum „ersten lebenden Kunstwerk“. Seine Kunst ist:
Selbstreferenziell: Der Künstler ist Material und Thema zugleich.
Interdisziplinär: Er nutzt Bildhauerei, Performance, Fotografie, Grafik und Literatur (konkrete Poesie).
Demokratisch: Er nutzt alltägliche Gegenstände und Situationen, um sie in einen künstlerischen Kontext zu rücken.
ZENTRALE STRATEGIEN
Sein Werk lässt sich durch drei wesentliche methodische Ansätze beschreiben:
Sprachwitz und Tautologie
Timm Ulrichs nimmt Sprache wörtlich. Er nutzt Wortspiele, um logische Paradoxien aufzuzeigen.
Beispiel: Ein Stempel mit der Aufschrift „Kopie“, der das Original entwertet, oder das Buch mit dem Titel „Dies ist ein Buch“, das lediglich seine eigene Existenz beschreibt.
Der Körper als Medium
Sein Körper dient als Leinwand und Messinstrument.
The End (1970/1981): Seine wohl bekannteste Arbeit ist die Tätowierung des Schriftzugs „The End“ auf sein rechtes Augenlid. Das Kunstwerk wird erst mit seinem Tod – beim Schließen der Augen – final „vollendet“.
Ich bin ein Gedicht: Ulrichs trägt Plakate oder Schilder, die ihn als lebendes Objekt kennzeichnen.
Messen und Dokumentieren
Viele Arbeiten beschäftigen sich mit dem Vermessen der Welt und des Ichs. Er lässt seinen Körperumfang, sein Gewicht und seine Reaktionen akribisch dokumentieren, um die menschliche Existenz in Daten und Fakten zu überführen.
Landschaftskunst
Seine Interventionen in der Natur, wie das Projekt „Findling“ in Münster, thematisieren das Verhältnis von Naturraum und menschlicher Definition.
Timm Ulrichs’ Werk ist geprägt von einem trockenen Humor und einer strengen Logik. Er hinterfragt die Autorenschaft und den Marktwert von Kunst, indem er sich selbst und seine Existenz als permanentes, nicht verkäufliches Experiment zur Verfügung stellt. Sein Werk ist weniger ein Kanon von Objekten als vielmehr eine lebenslange, konsequente Performance.
ZITATE TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs’ Werk ist untrennbar mit seinen pointierten, oft tautologischen Aussagen verbunden. Seine Zitate fungieren dabei häufig selbst als eigenständige Kunstwerke (konkrete Poesie).
Hier sind seine zentralen Leitsätze und Zitate:
Zur Definition seiner Kunst
„Ich bin das erste lebende Kunstwerk.“ (1961) – Mit diesem Satz begründete er seinen Status als Totalkünstler und stellte sich selbst als Exponat aus.
„Totalkunst ist die Identität von Kunst und Leben.“ – Seine Kern-Definition, die besagt, dass es keine Trennung zwischen privater Existenz und künstlerischem Schaffen gibt.
„Ich bin ein Gedicht.“ – Ulrichs nutzt diesen Satz oft in Performances, um sich selbst als sprachliches und ästhetisches Objekt zu markieren.
Zu Tod und Vergänglichkeit
„The End“ – Dieses Zitat ist auf sein rechtes Augenlid tätowiert. Es ist sein „letztes“ Wort, das erst nach seinem Tod, wenn die Augen für immer geschlossen sind, für den Betrachter „lesbar“ wird.
„Am liebsten wäre mir, ich wäre schon ein Klassiker und lebte noch.“ – Ein ironischer Kommentar zu seinem frühen Ruhm und der musealen Einordnung seines Werks.
Zur Methode und Logik
„Ich nehme die Dinge beim Wort.“ – Eine Beschreibung seiner Arbeitsweise, bei der er Metaphern und Redewendungen wörtlich in Objekte oder Aktionen übersetzt.
„Kunst ist Leben, Leben ist Kunst.“ – Eine Variation des Fluxus-Gedankens, den Ulrichs durch seine radikale Selbstdokumentation auf die Spitze trieb.
„Alles ist Kunst, aber Kunst ist nicht alles.“ – Ein Hinweis darauf, dass zwar jeder Gegenstand zum Kunstwerk erklärt werden kann, die Realität aber dennoch ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten behält.
Literarische und visuelle Zitate
In seinen grafischen Arbeiten und Stempel-Serien finden sich oft Sätze wie:
„Dies ist ein Satz.“ – Eine rein tautologische Feststellung.
„Kopie des Originals = Original der Kopie.“ – Ein Spiel mit dem Wert von Kunst im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit.
Die Zitate von Timm Ulrichs sind meist kurz, prägnant und zielen darauf ab, die Logik des Betrachters durch eine unerwartete Wörtlichkeit zu erschüttern.
BIBLIOGRAPHIE TIMM ULRICHS
Timm Ulrichs: Ich, Gott und die Welt (VFMK Verlag): Erschienen anlässlich seiner großen Retrospektive im Sprengel Museum Hannover (2020), umfasst dieses Werk Beiträge von 100 Autoren zu 100 Werken.
Timm Ulrichs – Nichts als Theater! (2024/2025): Begleitpublikation zur Ausstellung in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen, die seinen performativen Ansatz thematisiert.
Timm Ulrichs Total (2021): Katalog des Zentrums für Künstlerpublikationen (Weserburg Bremen), der sich auf seine Editionen, Multiples und Druckgrafiken konzentriert.
Timm Ulrichs – Die Druckgrafik (modo Verlag): Ein umfassender Werkkatalog seiner über 240 druckgrafischen Arbeiten seit 1960.
Timm Ulrichs: Totalkunst (1980): Ein historisch wichtiges Werk zur Definition seines künstlerischen Selbstverständnisses.
Timm Ulrichs: Retrospektive (1975): Katalog zur ersten großen musealen Aufarbeitung seines Werks durch den Kunstverein Braunschweig.
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