SWG Kunstlexikon
OSKAR SCHLEMMER
KUNSTWERKE OSKAR SCHLEMMER

Oskar Schlemmer | Bauhaustreppe | 1932 | Museum of Modern Art | MoMA | New York | Aus Wikimedia Commons, dem freien Medienarchiv | Der Urheber dieses Werks ist 1943 gestorben; es ist daher gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist
Oskar Schlemmer | Innenraum mit fünf Figuren | 1928 | Kunstmuseum Winterthur | https://www.kmw.ch/ | Oskar Schlemmer unterrichtete neben anderen namhaften Künstlern am Bauhaus. Er beschäftigte sich vornehmlich mit menschlichen Figuren im Raum | YouTube
Triadisches Ballett | Oskar Schlemmer | Bauhaus | Reconstrucción del Ballet Triadico de Oskar Schlemmer para la Bauhaus | YouTube
VIDEO | FILM oSKAR SCHLEMMER
Oskar Schlemmer | Menschenbilder | Das Werk des Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer kann nach fast 40 Jahren wieder umfassend gezeigt werden. Rund 250 Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Skulpturen präsentiert die Staatsgalerie Stuttgart in einer großen Retrospektive. Die Dokumentation stellt die Arbeit des Museums vor und begleitet die Ausstellungsvorbereitungen | YouTube
BIOGRAFIE OSKAR SCHLEMMER
GEBURTSJAHR | 1888 | GEBURTSORT | Stuttgart | TODESJAHR | 1943 | STERBEORT | Baden-Baden
1911 Umzug nach Berlin
1913 Rückkehr nach Stuttgart
1914 Freiwilliger Dienst im Ersten Weltkrieg
1920 Heirat mit Helena „Tut“ Schlemmer
1932 Übersiedlung nach Berlin
1934 Wandbilder im Essener Museum Folkwang werden als entartete Kunst von den Nationalsozialisten zerstört
1937 Übersiedlung nach Sehringen Badenweiler
1940 Umzug nach Wuppertal
AUSBILDUNG OSKAR SCHLEMMER
1903 Ausbildung als kunstgewerblicher Zeichner in der führenden Intarsienwerkstatt Wölfel & Kiessling
einsemestriges Studium an der Stuttgarter Kunstgewerbeschule
1906 Studium an der Stuttgarter Akademie für Bildende Künste
1909 Kompositionsschule von Friedrich von Keller | Aufnahme in die Meisterklasse
1913 Meisterschüler bei Adolf Hölzel
LEHRTÄTIGKEIT OSKAR SCHLEMMER
1920 – 1929 Berufung an das Bauhaus in Weimar durch Walter Gropius | Tätigkeit als Meister am Bauhaus in Weimar und Dessau | Leitung der Werkstatt für Wandbildmalerei übertragen | danach Leitung der Werkstattdie für Holz- und Steinbildhauerei | Formmeister
1925 Übersiedelung des Bauhauses nach Dessau | Oskar Schlemmer leitet als eigenständige Abteilung die Bauhausbühne
1929 – 1932 Staatliche Akademie für Kunst und Kunstgewerbe Breslau
1932 – 1933 Lehrauftrag an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst Berlin | fristlose Kündigung
MITGLIEDSCHAFTEN OSKAR SCHLEMMER
1919 Künstlervereinigung Üecht-Gruppe wird gemeinsam mit Willi Baumeister und anderen Kunstschaffenden ins Leben gerufen
AUSZEICHNUNGEN OSKAR SCHLEMMER
Goldmedaille der Deutschen Kunst-Ausstellung (1928): Bei der renommierten Schau in Düsseldorf wurde seine Arbeit offiziell mit einer Goldmedaille gewürdigt.
Goldene Medaille und Ehrenpreis in Darmstadt (1929): Er erhielt diese Auszeichnung auf der wegweisenden Ausstellung „Der schöne Mensch in der neuen Kunst“.
Anerkennung auf der Bauhaus-Ausstellung in Basel (1929): Seine avantgardistische Malerei erregte internationales Aufsehen und erfuhr breite institutionelle Anerkennung.
Posthume Ehrung: Der Oskar-Schlemmer-Preis
Zu Ehren des Künstlers hat das Land Baden-Württemberg im Jahr 2012 den Oskar-Schlemmer-Preis ins Leben gerufen.
Bedeutung: Es handelt sich um den Großen Staatspreis für Bildende Kunst des Landes Baden-Württemberg.
Dotierung: Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre an zeitgenössische Künstler verliehen, die einen starken Bezug zum Bundesland haben oder deren Werk internationale Beachtung findet.
SAMMLUNGEN OSKAR SCHLEMMER
Museum of Modern Art | MoMA | New York | Bauhaustreppe
Bauhaus-Archiv
Bauhaus Dessau
Kunstmuseum Basel
Fine Arts Museums | San Francisco
Staatsgalerie Stuttgart
Kunstforum Ostdeutsche Galerie | Regensburg
ARBEITEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM
Wandgestaltung im Weimarer Werkstattgebäude | 1930 auf Anordnung des thüringischen Staatsministers für Inneres und Volksbildung Wilhelm Frick wird die Arbeit übermalt
Wandgestaltung des Brunnenraumes im Museum Folkwang | Essen
AUSSTELLUNGEN OSKAR SCHLEMMER
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1918 Kunsthaus Schaller | Stuttgart | gemeinsam mit Willi Baumeister
1933 erste große Retrospektive im Württembergischen Kunstverein Stuttgart | noch vor der Eröffnung wurde die Ausstellung von den Nationalsozialisten geschlossen | Die Nazi-Presse bezeichnete Oskar Schlemmer als Kunstbolschewisten
1937 London Gallery
1953 – 1954 Kestner-Gesellschaft | Hannover,
2009 – 2010 bauhaus – Workshops for Modernity | Museum of Modern Art | MoMA | New York
2009 – 2010 Von Rodin bis Giacometti. Plastik der Moderne | Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
2014 – 2015 Oskar Schlemmer – Visionen einer neuen Welt | Staatsgalerie Stuttgart
2016 – 2017 Oskar Schlemmer: l’homme qui danse | Centre Pompidou-Metz
2019 – 2020 Oskar Schlemmer | Von der Heydt-Museum | Wuppertal,
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1914 Kunst-Ausstellung Stuttgart 1914
1919 Galerie Der Sturm | Berlin
1929 Große Kunstausstellung | Kunstverein Kassel
1937 Nahe der Großen Deutschen Kunstausstellung im Haus der Kunst in München werden Oskar Schlemmers Kunstwerke im Hofgarten als „Entartete Kunst“ gebrandmarkt
1955 documenta I | Kassel
1959 documenta II | Kassel
1964 documenta III | Kassel
XVII. Biennale Venedig
WERKBESCHREIBUNG OSKAR SCHLEMMER
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Malerei | Bildhauerei | Bühnenbilder | Kostüme | Bauhaustänze | architekturbezogene Ausmalungen
STIL
Bauhaus | Figurale Abstraktion
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Gestaltung Bauhaus Logo | menschlichen Figur im Raum | Gemälde stereometrischer Figuren | Figurengruppen | Gemälde Bauhaustreppe |
1922 Uraufführung Triadisches Ballett in Stuttgart | dreigliedriger Tanz mit Tanzfolgen, die sich vom Scherzhaften zum Ernsthaften entwickeln
1942 Wuppertaler Fensterbilder
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Die puppenhaft-maskenhaften Figurinen von Oskar Schlemmer, die für das Triadische Ballett entwickelt wurden, sind raumplastische Kostümkörper, die zu einer Objektivierung und Entpersönlichung der Figuren führen | Anthropomorphe Gestalten wurden auf Kunstfiguren reduziert
ZITATE OSKAR SCHLEMMER
„Ich will Menschen-Typen schaffen und keine Porträts, und ich will das Wesen des Raumes und keine Interieurs.“ | Oskar Schlemmer
KÜNSTLERPORTRÄT OSKAR SCHLEMMER
Oskar Schlemmer (1888–1943): In Stuttgart geborener Maler, Bildhauer, Bühnenbildner, Choreograf und herausragendes Genie der Klassischen Moderne. Er studierte ab 1906 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und stieg als Meisterschüler in der legendären Kompositionsklasse von Adolf Hölzel zu einer der treibenden Kräfte der südwestdeutschen Avantgarde auf. Um das Zusammenspiel von Mensch, Raum und Bewegung radikal neu zu definieren, folgte er 1920 dem Ruf von Walter Gropius an das neu gegründete Bauhaus in Weimar, wo er als Meister die Wandmalerei- und Bildhauerei-Klassen prägte und ab 1923 die weltberühmte Bauhausbühne leitete. Schlemmers Werk zeichnet sich durch eine singuläre Synthese aus geometrischer Abstraktion und universeller Humanitas aus: Sowohl in seinen tektonisch strengen Gemälden (wie dem ikonischen „Bauhaustreppe“-Motiv) als auch in seinen plastischen Reliefs und seinem epochemachenden „Triadischen Ballett“ (Uraufführung 1922 in Stuttgart) befreite er die menschliche Figur von anatomischen Details und steigerte sie zu mathematisch-idealen Raum- und Gliederpuppen-Chiffren. Von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert, verlor er alle Ämter und verbrachte seine letzten Lebensjahre in schmerzhafter innerer Emigration im Südwesten. Als einer der visionärsten Universalkünstler des 20. Jahrhunderts, der das Theater und die Malerei gleichermaßen revolutionierte, sicherte er der figürlich-konstruktiven Moderne einen absolut unumstößlichen, global prägenden Spitzenplatz in der Kunstgeschichte.
TEXT | BIBLIOGRAPHIE OSKAR SCHLEMMER
Artikel Mensch und Kunstfigur | Typisierung mittels Maskierung und Kostümierung
STICHWORTE OSKAR SCHLEMMER
Figur im Raum, überindividuelle, typenhafte Figuration, Bauhaus: Prägender Meister in Weimar und Dessau, Klassische Moderne: Einer der vielseitigsten deutschen Avantgardisten, Mensch und Raum: Sein zentrales künstlerisches Thema; das Verhältnis der Figur zur Architektur, Geometrisierung: Reduktion des menschlichen Körpers auf Kreise, Ovale und Zylinder (Stereometrie), Das Triadische Ballett (1922): Revolutionäres Tanzprojekt mit starren, skulpturalen Kostümen, Die Bauhaustreppe (1932): Sein ikonischstes Gemälde (heute im MoMA, New York), Bauhaus-Signet: Entwurf des berühmten, geometrischen Profil-Logos der Institution, Bühnenwerkstatt: Leiter der Bauhausbühne, die Tanz, Licht und Raum verband, Studium bei Adolf Hölzel (Pionier der Abstraktion), Innere Emigration: Rückzug aus der Öffentlichkeit ab 1933 nach Berufsverbot durch die Nationalsozialisten, Entartete Kunst: Beschlagnahmung und Diffamierung seiner Werke im Jahr 1937, Wuppertaler Lackfabrik, Oskar-Schlemmer-Preis: Großer Staatspreis für Bildende Kunst in Baden-Württemberg, Einfluss auf Popkultur: Inspiration für Kostüme und Musikvideos von Künstlern wie David Bowie oder Lady Gaga
OSKAR SCHLEMMER
KUNSTWERKE OSKAR SCHLEMMER

Oskar Schlemmer | Bauhaustreppe | 1932 | Museum of Modern Art | MoMA | New York | Aus Wikimedia Commons, dem freien Medienarchiv | Der Urheber dieses Werks ist 1943 gestorben; es ist daher gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist
Oskar Schlemmer | Innenraum mit fünf Figuren | 1928 | Kunstmuseum Winterthur | https://www.kmw.ch/ | Oskar Schlemmer unterrichtete neben anderen namhaften Künstlern am Bauhaus. Er beschäftigte sich vornehmlich mit menschlichen Figuren im Raum | YouTube
Triadisches Ballett | Oskar Schlemmer | Bauhaus | Reconstrucción del Ballet Triadico de Oskar Schlemmer para la Bauhaus | YouTube
VIDEO | FILM oSKAR SCHLEMMER
Oskar Schlemmer | Menschenbilder | Das Werk des Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer kann nach fast 40 Jahren wieder umfassend gezeigt werden. Rund 250 Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Skulpturen präsentiert die Staatsgalerie Stuttgart in einer großen Retrospektive. Die Dokumentation stellt die Arbeit des Museums vor und begleitet die Ausstellungsvorbereitungen | YouTube
BIOGRAFIE OSKAR SCHLEMMER
GEBURTSJAHR | 1888 | GEBURTSORT | Stuttgart | TODESJAHR | 1943 | STERBEORT | Baden-Baden
1911 Umzug nach Berlin
1913 Rückkehr nach Stuttgart
1914 Freiwilliger Dienst im Ersten Weltkrieg
1920 Heirat mit Helena „Tut“ Schlemmer
1932 Übersiedlung nach Berlin
1934 Wandbilder im Essener Museum Folkwang werden als entartete Kunst von den Nationalsozialisten zerstört
1937 Übersiedlung nach Sehringen Badenweiler
1940 Umzug nach Wuppertal
AUSBILDUNG OSKAR SCHLEMMER
1903 Ausbildung als kunstgewerblicher Zeichner in der führenden Intarsienwerkstatt Wölfel & Kiessling
einsemestriges Studium an der Stuttgarter Kunstgewerbeschule
1906 Studium an der Stuttgarter Akademie für Bildende Künste
1909 Kompositionsschule von Friedrich von Keller | Aufnahme in die Meisterklasse
1913 Meisterschüler bei Adolf Hölzel
LEHRTÄTIGKEIT OSKAR SCHLEMMER
1920 – 1929 Berufung an das Bauhaus in Weimar durch Walter Gropius | Tätigkeit als Meister am Bauhaus in Weimar und Dessau | Leitung der Werkstatt für Wandbildmalerei übertragen | danach Leitung der Werkstattdie für Holz- und Steinbildhauerei | Formmeister
1925 Übersiedelung des Bauhauses nach Dessau | Oskar Schlemmer leitet als eigenständige Abteilung die Bauhausbühne
1929 – 1932 Staatliche Akademie für Kunst und Kunstgewerbe Breslau
1932 – 1933 Lehrauftrag an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst Berlin | fristlose Kündigung
MITGLIEDSCHAFTEN OSKAR SCHLEMMER
1919 Künstlervereinigung Üecht-Gruppe wird gemeinsam mit Willi Baumeister und anderen Kunstschaffenden ins Leben gerufen
AUSZEICHNUNGEN OSKAR SCHLEMMER
Goldmedaille der Deutschen Kunst-Ausstellung (1928): Bei der renommierten Schau in Düsseldorf wurde seine Arbeit offiziell mit einer Goldmedaille gewürdigt.
Goldene Medaille und Ehrenpreis in Darmstadt (1929): Er erhielt diese Auszeichnung auf der wegweisenden Ausstellung „Der schöne Mensch in der neuen Kunst“.
Anerkennung auf der Bauhaus-Ausstellung in Basel (1929): Seine avantgardistische Malerei erregte internationales Aufsehen und erfuhr breite institutionelle Anerkennung.
Posthume Ehrung: Der Oskar-Schlemmer-Preis
Zu Ehren des Künstlers hat das Land Baden-Württemberg im Jahr 2012 den Oskar-Schlemmer-Preis ins Leben gerufen.
Bedeutung: Es handelt sich um den Großen Staatspreis für Bildende Kunst des Landes Baden-Württemberg.
Dotierung: Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre an zeitgenössische Künstler verliehen, die einen starken Bezug zum Bundesland haben oder deren Werk internationale Beachtung findet.
SAMMLUNGEN OSKAR SCHLEMMER
Museum of Modern Art | MoMA | New York | Bauhaustreppe
Bauhaus-Archiv
Bauhaus Dessau
Kunstmuseum Basel
Fine Arts Museums | San Francisco
Staatsgalerie Stuttgart
Kunstforum Ostdeutsche Galerie | Regensburg
ARBEITEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM
Wandgestaltung im Weimarer Werkstattgebäude | 1930 auf Anordnung des thüringischen Staatsministers für Inneres und Volksbildung Wilhelm Frick wird die Arbeit übermalt
Wandgestaltung des Brunnenraumes im Museum Folkwang | Essen
AUSSTELLUNGEN OSKAR SCHLEMMER
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1918 Kunsthaus Schaller | Stuttgart | gemeinsam mit Willi Baumeister
1933 erste große Retrospektive im Württembergischen Kunstverein Stuttgart | noch vor der Eröffnung wurde die Ausstellung von den Nationalsozialisten geschlossen | Die Nazi-Presse bezeichnete Oskar Schlemmer als Kunstbolschewisten
1937 London Gallery
1953 – 1954 Kestner-Gesellschaft | Hannover,
2009 – 2010 bauhaus – Workshops for Modernity | Museum of Modern Art | MoMA | New York
2009 – 2010 Von Rodin bis Giacometti. Plastik der Moderne | Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
2014 – 2015 Oskar Schlemmer – Visionen einer neuen Welt | Staatsgalerie Stuttgart
2016 – 2017 Oskar Schlemmer: l’homme qui danse | Centre Pompidou-Metz
2019 – 2020 Oskar Schlemmer | Von der Heydt-Museum | Wuppertal,
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1914 Kunst-Ausstellung Stuttgart 1914
1919 Galerie Der Sturm | Berlin
1929 Große Kunstausstellung | Kunstverein Kassel
1937 Nahe der Großen Deutschen Kunstausstellung im Haus der Kunst in München werden Oskar Schlemmers Kunstwerke im Hofgarten als „Entartete Kunst“ gebrandmarkt
1955 documenta I | Kassel
1959 documenta II | Kassel
1964 documenta III | Kassel
XVII. Biennale Venedig
WERKBESCHREIBUNG OSKAR SCHLEMMER
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Malerei | Bildhauerei | Bühnenbilder | Kostüme | Bauhaustänze | architekturbezogene Ausmalungen
STIL
Bauhaus | Figurale Abstraktion
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Gestaltung Bauhaus Logo | menschlichen Figur im Raum | Gemälde stereometrischer Figuren | Figurengruppen | Gemälde Bauhaustreppe |
1922 Uraufführung Triadisches Ballett in Stuttgart | dreigliedriger Tanz mit Tanzfolgen, die sich vom Scherzhaften zum Ernsthaften entwickeln
1942 Wuppertaler Fensterbilder
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Die puppenhaft-maskenhaften Figurinen von Oskar Schlemmer, die für das Triadische Ballett entwickelt wurden, sind raumplastische Kostümkörper, die zu einer Objektivierung und Entpersönlichung der Figuren führen | Anthropomorphe Gestalten wurden auf Kunstfiguren reduziert
ZITATE OSKAR SCHLEMMER
„Ich will Menschen-Typen schaffen und keine Porträts, und ich will das Wesen des Raumes und keine Interieurs.“ | Oskar Schlemmer
KÜNSTLERPORTRÄT OSKAR SCHLEMMER
Oskar Schlemmer (1888–1943): In Stuttgart geborener Maler, Bildhauer, Bühnenbildner, Choreograf und herausragendes Genie der Klassischen Moderne. Er studierte ab 1906 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und stieg als Meisterschüler in der legendären Kompositionsklasse von Adolf Hölzel zu einer der treibenden Kräfte der südwestdeutschen Avantgarde auf. Um das Zusammenspiel von Mensch, Raum und Bewegung radikal neu zu definieren, folgte er 1920 dem Ruf von Walter Gropius an das neu gegründete Bauhaus in Weimar, wo er als Meister die Wandmalerei- und Bildhauerei-Klassen prägte und ab 1923 die weltberühmte Bauhausbühne leitete. Schlemmers Werk zeichnet sich durch eine singuläre Synthese aus geometrischer Abstraktion und universeller Humanitas aus: Sowohl in seinen tektonisch strengen Gemälden (wie dem ikonischen „Bauhaustreppe“-Motiv) als auch in seinen plastischen Reliefs und seinem epochemachenden „Triadischen Ballett“ (Uraufführung 1922 in Stuttgart) befreite er die menschliche Figur von anatomischen Details und steigerte sie zu mathematisch-idealen Raum- und Gliederpuppen-Chiffren. Von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert, verlor er alle Ämter und verbrachte seine letzten Lebensjahre in schmerzhafter innerer Emigration im Südwesten. Als einer der visionärsten Universalkünstler des 20. Jahrhunderts, der das Theater und die Malerei gleichermaßen revolutionierte, sicherte er der figürlich-konstruktiven Moderne einen absolut unumstößlichen, global prägenden Spitzenplatz in der Kunstgeschichte.
TEXT | BIBLIOGRAPHIE OSKAR SCHLEMMER
Artikel Mensch und Kunstfigur | Typisierung mittels Maskierung und Kostümierung
STICHWORTE OSKAR SCHLEMMER
Figur im Raum, überindividuelle, typenhafte Figuration, Bauhaus: Prägender Meister in Weimar und Dessau, Klassische Moderne: Einer der vielseitigsten deutschen Avantgardisten, Mensch und Raum: Sein zentrales künstlerisches Thema; das Verhältnis der Figur zur Architektur, Geometrisierung: Reduktion des menschlichen Körpers auf Kreise, Ovale und Zylinder (Stereometrie), Das Triadische Ballett (1922): Revolutionäres Tanzprojekt mit starren, skulpturalen Kostümen, Die Bauhaustreppe (1932): Sein ikonischstes Gemälde (heute im MoMA, New York), Bauhaus-Signet: Entwurf des berühmten, geometrischen Profil-Logos der Institution, Bühnenwerkstatt: Leiter der Bauhausbühne, die Tanz, Licht und Raum verband, Studium bei Adolf Hölzel (Pionier der Abstraktion), Innere Emigration: Rückzug aus der Öffentlichkeit ab 1933 nach Berufsverbot durch die Nationalsozialisten, Entartete Kunst: Beschlagnahmung und Diffamierung seiner Werke im Jahr 1937, Wuppertaler Lackfabrik, Oskar-Schlemmer-Preis: Großer Staatspreis für Bildende Kunst in Baden-Württemberg, Einfluss auf Popkultur: Inspiration für Kostüme und Musikvideos von Künstlern wie David Bowie oder Lady Gaga
OSKAR SCHLEMMER
KUNSTWERKE OSKAR SCHLEMMER

Oskar Schlemmer | Bauhaustreppe | 1932 | Museum of Modern Art | MoMA | New York | Aus Wikimedia Commons, dem freien Medienarchiv | Der Urheber dieses Werks ist 1943 gestorben; es ist daher gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist
Oskar Schlemmer | Innenraum mit fünf Figuren | 1928 | Kunstmuseum Winterthur | https://www.kmw.ch/ | Oskar Schlemmer unterrichtete neben anderen namhaften Künstlern am Bauhaus. Er beschäftigte sich vornehmlich mit menschlichen Figuren im Raum | YouTube
Triadisches Ballett | Oskar Schlemmer | Bauhaus | Reconstrucción del Ballet Triadico de Oskar Schlemmer para la Bauhaus | YouTube
VIDEO | FILM oSKAR SCHLEMMER
Oskar Schlemmer | Menschenbilder | Das Werk des Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer kann nach fast 40 Jahren wieder umfassend gezeigt werden. Rund 250 Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Skulpturen präsentiert die Staatsgalerie Stuttgart in einer großen Retrospektive. Die Dokumentation stellt die Arbeit des Museums vor und begleitet die Ausstellungsvorbereitungen | YouTube
BIOGRAFIE OSKAR SCHLEMMER
GEBURTSJAHR | 1888 | GEBURTSORT | Stuttgart | TODESJAHR | 1943 | STERBEORT | Baden-Baden
1911 Umzug nach Berlin
1913 Rückkehr nach Stuttgart
1914 Freiwilliger Dienst im Ersten Weltkrieg
1920 Heirat mit Helena „Tut“ Schlemmer
1932 Übersiedlung nach Berlin
1934 Wandbilder im Essener Museum Folkwang werden als entartete Kunst von den Nationalsozialisten zerstört
1937 Übersiedlung nach Sehringen Badenweiler
1940 Umzug nach Wuppertal
AUSBILDUNG OSKAR SCHLEMMER
1903 Ausbildung als kunstgewerblicher Zeichner in der führenden Intarsienwerkstatt Wölfel & Kiessling
einsemestriges Studium an der Stuttgarter Kunstgewerbeschule
1906 Studium an der Stuttgarter Akademie für Bildende Künste
1909 Kompositionsschule von Friedrich von Keller | Aufnahme in die Meisterklasse
1913 Meisterschüler bei Adolf Hölzel
LEHRTÄTIGKEIT OSKAR SCHLEMMER
1920 – 1929 Berufung an das Bauhaus in Weimar durch Walter Gropius | Tätigkeit als Meister am Bauhaus in Weimar und Dessau | Leitung der Werkstatt für Wandbildmalerei übertragen | danach Leitung der Werkstattdie für Holz- und Steinbildhauerei | Formmeister
1925 Übersiedelung des Bauhauses nach Dessau | Oskar Schlemmer leitet als eigenständige Abteilung die Bauhausbühne
1929 – 1932 Staatliche Akademie für Kunst und Kunstgewerbe Breslau
1932 – 1933 Lehrauftrag an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst Berlin | fristlose Kündigung
MITGLIEDSCHAFTEN OSKAR SCHLEMMER
1919 Künstlervereinigung Üecht-Gruppe wird gemeinsam mit Willi Baumeister und anderen Kunstschaffenden ins Leben gerufen
AUSZEICHNUNGEN OSKAR SCHLEMMER
Goldmedaille der Deutschen Kunst-Ausstellung (1928): Bei der renommierten Schau in Düsseldorf wurde seine Arbeit offiziell mit einer Goldmedaille gewürdigt.
Goldene Medaille und Ehrenpreis in Darmstadt (1929): Er erhielt diese Auszeichnung auf der wegweisenden Ausstellung „Der schöne Mensch in der neuen Kunst“.
Anerkennung auf der Bauhaus-Ausstellung in Basel (1929): Seine avantgardistische Malerei erregte internationales Aufsehen und erfuhr breite institutionelle Anerkennung.
Posthume Ehrung: Der Oskar-Schlemmer-Preis
Zu Ehren des Künstlers hat das Land Baden-Württemberg im Jahr 2012 den Oskar-Schlemmer-Preis ins Leben gerufen.
Bedeutung: Es handelt sich um den Großen Staatspreis für Bildende Kunst des Landes Baden-Württemberg.
Dotierung: Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre an zeitgenössische Künstler verliehen, die einen starken Bezug zum Bundesland haben oder deren Werk internationale Beachtung findet.
SAMMLUNGEN OSKAR SCHLEMMER
Museum of Modern Art | MoMA | New York | Bauhaustreppe
Bauhaus-Archiv
Bauhaus Dessau
Kunstmuseum Basel
Fine Arts Museums | San Francisco
Staatsgalerie Stuttgart
Kunstforum Ostdeutsche Galerie | Regensburg
ARBEITEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM
Wandgestaltung im Weimarer Werkstattgebäude | 1930 auf Anordnung des thüringischen Staatsministers für Inneres und Volksbildung Wilhelm Frick wird die Arbeit übermalt
Wandgestaltung des Brunnenraumes im Museum Folkwang | Essen
AUSSTELLUNGEN OSKAR SCHLEMMER
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1918 Kunsthaus Schaller | Stuttgart | gemeinsam mit Willi Baumeister
1933 erste große Retrospektive im Württembergischen Kunstverein Stuttgart | noch vor der Eröffnung wurde die Ausstellung von den Nationalsozialisten geschlossen | Die Nazi-Presse bezeichnete Oskar Schlemmer als Kunstbolschewisten
1937 London Gallery
1953 – 1954 Kestner-Gesellschaft | Hannover,
2009 – 2010 bauhaus – Workshops for Modernity | Museum of Modern Art | MoMA | New York
2009 – 2010 Von Rodin bis Giacometti. Plastik der Moderne | Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
2014 – 2015 Oskar Schlemmer – Visionen einer neuen Welt | Staatsgalerie Stuttgart
2016 – 2017 Oskar Schlemmer: l’homme qui danse | Centre Pompidou-Metz
2019 – 2020 Oskar Schlemmer | Von der Heydt-Museum | Wuppertal,
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1914 Kunst-Ausstellung Stuttgart 1914
1919 Galerie Der Sturm | Berlin
1929 Große Kunstausstellung | Kunstverein Kassel
1937 Nahe der Großen Deutschen Kunstausstellung im Haus der Kunst in München werden Oskar Schlemmers Kunstwerke im Hofgarten als „Entartete Kunst“ gebrandmarkt
1955 documenta I | Kassel
1959 documenta II | Kassel
1964 documenta III | Kassel
XVII. Biennale Venedig
WERKBESCHREIBUNG OSKAR SCHLEMMER
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Malerei | Bildhauerei | Bühnenbilder | Kostüme | Bauhaustänze | architekturbezogene Ausmalungen
STIL
Bauhaus | Figurale Abstraktion
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Gestaltung Bauhaus Logo | menschlichen Figur im Raum | Gemälde stereometrischer Figuren | Figurengruppen | Gemälde Bauhaustreppe |
1922 Uraufführung Triadisches Ballett in Stuttgart | dreigliedriger Tanz mit Tanzfolgen, die sich vom Scherzhaften zum Ernsthaften entwickeln
1942 Wuppertaler Fensterbilder
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Die puppenhaft-maskenhaften Figurinen von Oskar Schlemmer, die für das Triadische Ballett entwickelt wurden, sind raumplastische Kostümkörper, die zu einer Objektivierung und Entpersönlichung der Figuren führen | Anthropomorphe Gestalten wurden auf Kunstfiguren reduziert
ZITATE OSKAR SCHLEMMER
„Ich will Menschen-Typen schaffen und keine Porträts, und ich will das Wesen des Raumes und keine Interieurs.“ | Oskar Schlemmer
KÜNSTLERPORTRÄT OSKAR SCHLEMMER
Oskar Schlemmer (1888–1943): In Stuttgart geborener Maler, Bildhauer, Bühnenbildner, Choreograf und herausragendes Genie der Klassischen Moderne. Er studierte ab 1906 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und stieg als Meisterschüler in der legendären Kompositionsklasse von Adolf Hölzel zu einer der treibenden Kräfte der südwestdeutschen Avantgarde auf. Um das Zusammenspiel von Mensch, Raum und Bewegung radikal neu zu definieren, folgte er 1920 dem Ruf von Walter Gropius an das neu gegründete Bauhaus in Weimar, wo er als Meister die Wandmalerei- und Bildhauerei-Klassen prägte und ab 1923 die weltberühmte Bauhausbühne leitete. Schlemmers Werk zeichnet sich durch eine singuläre Synthese aus geometrischer Abstraktion und universeller Humanitas aus: Sowohl in seinen tektonisch strengen Gemälden (wie dem ikonischen „Bauhaustreppe“-Motiv) als auch in seinen plastischen Reliefs und seinem epochemachenden „Triadischen Ballett“ (Uraufführung 1922 in Stuttgart) befreite er die menschliche Figur von anatomischen Details und steigerte sie zu mathematisch-idealen Raum- und Gliederpuppen-Chiffren. Von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert, verlor er alle Ämter und verbrachte seine letzten Lebensjahre in schmerzhafter innerer Emigration im Südwesten. Als einer der visionärsten Universalkünstler des 20. Jahrhunderts, der das Theater und die Malerei gleichermaßen revolutionierte, sicherte er der figürlich-konstruktiven Moderne einen absolut unumstößlichen, global prägenden Spitzenplatz in der Kunstgeschichte.
TEXT | BIBLIOGRAPHIE OSKAR SCHLEMMER
Artikel Mensch und Kunstfigur | Typisierung mittels Maskierung und Kostümierung
STICHWORTE OSKAR SCHLEMMER
Figur im Raum, überindividuelle, typenhafte Figuration, Bauhaus: Prägender Meister in Weimar und Dessau, Klassische Moderne: Einer der vielseitigsten deutschen Avantgardisten, Mensch und Raum: Sein zentrales künstlerisches Thema; das Verhältnis der Figur zur Architektur, Geometrisierung: Reduktion des menschlichen Körpers auf Kreise, Ovale und Zylinder (Stereometrie), Das Triadische Ballett (1922): Revolutionäres Tanzprojekt mit starren, skulpturalen Kostümen, Die Bauhaustreppe (1932): Sein ikonischstes Gemälde (heute im MoMA, New York), Bauhaus-Signet: Entwurf des berühmten, geometrischen Profil-Logos der Institution, Bühnenwerkstatt: Leiter der Bauhausbühne, die Tanz, Licht und Raum verband, Studium bei Adolf Hölzel (Pionier der Abstraktion), Innere Emigration: Rückzug aus der Öffentlichkeit ab 1933 nach Berufsverbot durch die Nationalsozialisten, Entartete Kunst: Beschlagnahmung und Diffamierung seiner Werke im Jahr 1937, Wuppertaler Lackfabrik, Oskar-Schlemmer-Preis: Großer Staatspreis für Bildende Kunst in Baden-Württemberg, Einfluss auf Popkultur: Inspiration für Kostüme und Musikvideos von Künstlern wie David Bowie oder Lady Gaga