Arbeiten und Kunstwerke von Jakob Wilhelm Fehrle
JAKOB WILHELM FEHRLE
KUNSTWERKE JAKOB WILHELM FEHRLE
BIOGRAFIE JAKOB WILHELM FEHRLE
GEBURTSJAHR | 1884 | GEBURTSORT | Schwäbisch Gmünd | TODESJAHR | 1974 | STERBEORT | Schwäbisch Gmünd
1909 – 1910 Aufenthalt zu Studienzwecken in Rom
1911 – 1914 Atelier in Paris am Montparnasse, Kontakte zu Karl Albiker, Georg Kolbe, Wilhelm Lehmbruck, Aristide Maillol, Pablo Picasso und Paul Klee
1914 – 1918 Teilnahme als Soldat am Ersten Weltkrieg
1937 Beschlagnahmung von vier Werken aus öffentlichen Sammlungen im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“.
AUSBILDUNG JAKOB WILHELM FEHRLE
1899 – 1903 Ausbildung in der Firma Erhard & Söhne als Ziseleur
1903 – 1905 Studium an der Kunstakademie Berlin bei Paul Meyerheim
Arbeit in der Werkstatt des Bildhauers Wilhelm Widemann
Studium an Akademie der Bildenden Künste München bei Balthasar Schmitt
LEHRTÄTIGKEIT JAKOB WILHELM FEHRLE
1927 – 1929 Lehrauftrag an der Staatlichen höheren Fachschule in Schwäbisch Gmünd
1928 Ernennung zum Professor
MITGLIEDSCHAFTEN JAKOB WILHELM FEHRLE
1933 Jakob Wilhelm Fehrle war Mitglied in der Reichskammer der bildenden Künste
AUSZEICHNUNGEN JAKOB WILHELM FEHRLE
1954 Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
SAMMLUNGEN JAKOB WILHELM FEHRLE
Museum im Prediger, Schwäbisch Gmünd
Staatsgalerie Stuttgart
AUSSTELLUNGEN JAKOB WILHELM FEHRLE
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
2022 Museum Prediger, Schwäbisch Gmünd
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
ab 1923 Beteiligungen an Ausstellungen der Stuttgarter Sezession
1939 bis 1944 war Jakob Wilhelm Fehrle mit 17 Plastiken auf der Großen Deutschen Kunstausstellung in München vertreten
1974 Historisches Museum Heilbronn, Blüte und Untergang des alten Theaters
WERKBESCHREIBUNG JAKOB WILHELM FEHRLE
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Bildhauerei | Malerei | Zeichnung
STIL
Historismus, Jugendstil, Expressionismus und Kubismus sind das Werk beeinflussende Stile
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Weibliche Akte häufig als schlanke, bewegte, überlängte Gestalten, Porträts, weiblichen Fabelwesen, Tiere
1935 Kriegerdenkmal in Schwäbisch Gmünd für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges – 1952 Umgestaltung zum Gedenken der Opfer des ersten und zweiten Weltkriegs
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Jakob Wilhelm Fehrle schuf in sich ruhende, anmutige, sinnliche Körper mit innigem Gesichtsausdruck, die sich durch eine kompositorische Klarheit auszeichnen.
KÜNSTLERPORTRÄT JAKOB WILHELM FEHRLE
Jakob Wilhelm Fehrle (1884–1974): In Schwäbisch Gmünd geborener Bildhauer, Maler, Zeichner und herausragender Bildchronist der klassischen figürlichen Plastik im 20. Jahrhundert. Nach einer handwerklichen Ausbildung zum Ziseleur studierte er an den Kunstakademien in Berlin bei August Gaul sowie in München bei Balthasar Schmitt. Um seine künstlerische Wahrnehmung international zu schärfen, lebte er in Rom und von 1911 bis 1914 in Paris. Dort am Montparnasse bewegte er sich im Umfeld der Avantgarde, arbeitete zeitweise im Atelier von Auguste Rodin und wurde tief von Aristide Maillol und Wilhelm Lehmbruck geprägt. 1919 kehrte er in seine Heimatstadt zurück, lehrte an der Staatlichen Höheren Fachschule und stieg zu einer regionalen bildhauerischen Ausnahmegestalt auf. Fehrles langes Schaffen spiegelt die politischen Brüche der Epochen wider: Seine Ambitionen auf dem Gebiet der Großplastik führten in der NS-Zeit zu repräsentativen Aufträgen für das Deutsche Reich (wie dem Gmünder Gefallenendenkmal von 1935), obgleich er zeitweise Werke durch Beschlagnahmung verlor und seine eigene Ehefrau mutig vor dem NS-„Euthanasie“-Programm rettete. Nach 1945 knüpfte er an die aufkommende Nachkriegsmoderne an und öffnete sich formal der geometrischen Abstraktion. Fehrles Werk zeichnet sich durch eine singuläre Zuwendung zum menschlichen Körper aus: Vor allem am weiblichen Aktmodell und in seinen anmutigen Muttergottes-Darstellungen balancierte er Statik und Bewegung sensibel aus. Er befreit die klassische Figur von akademischer Schwere und steigert sie zu grazilen, zeitlosen Bronzen, Terrakotten und feinen Zeichnungen. Als Träger des Bundesverdienstkreuzes (1954) und Schöpfer bedeutender Denkmäler und Porträtbüsten im öffentlichen Raum – wie der des Bundespräsidenten Theodor Heuss (1963) – sicherte er der figürlich-sensiblen Plastik einen absolut zentralen, epochenübergreifenden Platz in der Kunstgeschichte des deutschen Südwestens.
STICHWORTE JAKOB WILHELM FEHRLE
deutscher Maler, Zeichner und Bildhauer, Meister sensibler Geistigkeit
Arbeiten und Kunstwerke von Jakob Wilhelm Fehrle | offizielles Künstler Portfolio des KünstlersJakob Wilhelm Fehrle bei der Südwest Galerie (swg))