Arbeiten und Kunstwerke von Reinhold Nägele
REINHOLD NÄGELE
KUNSTWERKE REINHOLD NÄGELE
BIOGRAFIE REINHOLD NÄGELE
GEBURTSJAHR 1884 | GEBURTSORT |Murrhardt | TODESJAHR | 1972
STERBEORT | Stuttgart
1939 Emigration über Paris und London nach New York
1963 Rückkehr aus der Emigration | New York
AUSBILDUNG REINHOLD NÄGELE
Lehre bei seinem Vater, der Dekorationsmaler war
Schüler am Dillmann-Realgymnasium | Stuttgart
Kunstgewerbeschule Stuttgart
MITGLIEDSCHAFTEN REINHOLD NÄGELE
1923 Mitglied der Stuttgarter Sezession
1931 Freunde schwäbischer Grafik
AUSZEICHNUNGEN REINHOLD NÄGELE
1960 Reinhold Nägele wird die Ehrenbürgerschaft seiner Geburtsstadt Murrhardt verliehen
AUSSTELLUNGEN REINHOLD NÄGELE
1907 | 1908 Reinhold Nägeles Werke wurden in Berlin bei Paul Cassirer ausgestellt
2018 Reinhold Nägele | Chronist der Moderne | Kunstmuseum Stuttgart
WERKBESCHREIBUNG REINHOLD NÄGELE
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Malerei | Radierung | Hinterglasbilder
STIL
realistisch | surreal
THEMEN | MOTIVE
Selbstbildnisse | Städtebilder | wimmelnde Menschenmassen in Straßenschluchten | Wolkenkratzer | Volksfeste | Artisten | Zahnradbahn | New York bei Nacht | bösartig Drolliges und Absurdes | Blumenbilder | Luftballons |
Ostseestrand
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Der der Philosophie und Ironie zugeneigte Maler Reinhold Nägele reflektiert in seinen akribisch und detailfreudig gemalten Bildern seine Welthaltung und seine Sicht auf die Menschen, indem er mit skeptischem Blick hinter die Kulissen schaut und nicht das Offensichtliche, sondern das Hintergründige, Skurrile und oft auch Befremdliche mit selten schöner Leuchtkraft abbildet.
KÜNSTLERPORTRÄT REINHOLD NÄGELE
Reinhold Nägele (1884–1972): In Murrhardt geborener Maler, Grafiker und herausragender, liebevoll-ironischer Chronist der schwäbischen Moderne. Nach einer handwerklichen Lehre als Dekorationsmaler im Betrieb seines Vaters und dem Besuch der Stuttgarter Kunstgewerbeschule feierte er bereits vor dem Ersten Weltkrieg frühe Ausstellungserfolge in der Berliner Galerie von Paul Cassirer. Tief im Kulturleben Württembergs verwurzelt, gehörte er 1923 zu den maßgeblichen Mitbegründern der wegweisenden Stuttgarter Sezession, deren Geschicke er über ein Jahrzehnt als Vorstandsmitglied prägte. Die glücklichste Schaffensphase des Künstlers wurde durch den Nationalsozialismus brutal beendet: Aufgrund der Ehe mit seiner jüdischen Frau, der Dermatologin Dr. Alice Nördlinger, wurde er 1937 mit einem Berufsverbot belegt, woraufhin der Familie 1939 die Flucht über Paris und London nach New York gelang. Nach über zwei Jahrzehnten im US-Exil kehrte er 1963 endgültig nach Stuttgart zurück. Nägeles Werk zeichnet sich durch eine singuläre Synthese aus altmeisterlicher Präzision und hintergründigem Humor aus: Sowohl in seinen detailreichen Radierungen als auch in seinen berühmten, oft miniaturhaften Gemälden in Hinterglas- oder Temperatechnik fing er die Gestalt des sich wandelnden Stuttgarts ein. Seine glitzernden, atmosphärischen Nachtansichten (wie die „Aussicht vom Bahnhofsturm“) befreiten die Stadtvedute von rein dokumentarischer Kälte. Als Träger des Professorentitels ehrenhalber (1952) und Ehrenbürger seiner Geburtsstadt sicherte er dem erzählerischen, zwischen Neuer Sachlichkeit und fantastischem Realismus balancierenden Stil einen absolut unumstößlichen, identitätsstiftenden Spitzenplatz im künstlerischen Erbe des deutschen Südwestens.
TEXTE REINHOLD NÄGELE
RADIERUNG OSTSEESTRAND
Ein vergleichbares Blatt ist in der Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart zu finden. Reinhold Nägele (1884–1972) war ein herausragender Grafiker des 20. Jahrhunderts, der insbesondere für seinen unverwechselbaren, sachlich-erzählerischen Stil bekannt war. Er gilt als einer der bedeutendsten Künstler im deutschen Südwesten seiner Zeit. Seine 1921 entstandene Radierung mit dem Titel „Ostseestrand“ zeichnet sich durch eine ganz spezifische Herangehensweise aus, die den vertrauten Anblick eines Strandes in etwas überraschend Unerwartetes und fremd wirkendes verwandelt. Dem Betrachter wird das Motiv aus einem erhöhten Standpunkt präsentiert. Dieser Blickwinkel ermöglicht eine umfassende Sicht auf den Strand und das Meer. Die Komposition und Darstellung sind stark von japanischen Holzschnitten inspiriert. Nägele übersetzt das Gesehene in ein fast ornamentales, flächiges Bildgefüge. Es entsteht eine kunstvolle, grafische Struktur, in der die Elemente – Sand, Wasser und Wellen nicht realistisch, sondern als dekorative Formen angeordnet sind. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Reinhold Nägele in dieser von fernöstlicher Kunst beeinflussten Arbeit seinen charakteristischen und stilistisch einzigartigen Ansatz nutzt, um eine alltägliche Strandszene in ein grafisch reizvolles und formal interessantes Kunstwerk zu transformieren.
STICHWORTE REINHOLD NÄGELE
poetisch | exzentrisch | Passanteneinsamkeit | mikrokosmische Phantasien
Arbeiten und Kunstwerke von Reinhold Nägele | offizielles Künstler Portfolio des KünstlersReinhold Nägele bei der Südwest Galerie (swg))